Richtig gut Hören, alles nur Einstellungssache?

CI - Erstanpassung und Reha

Über ein Jahr ist nun mein elektrisches Ohr aktiv und ich bin nun zum 6. Mal auf Reha im ICF Freiburg. Fühle mich wie ein alter Hase hier inzwischen 🙂  Bei jedem Aufenthalt werden meine Einstellungen neu angepasst und überarbeitet. Von Natur aus probiere ich gerne viel herum, damit ich ein Gefühl dafür bekomme, was gut und was weniger gut ist. So auch beim Hören. Mein Techniker sagt, wir haben nun so ziemlich alles durchprobiert 😀 Im Folgenden schildere ich dir einmal kurz und kompakt, welche Erfahrungen ich mit welchen Einstellungen so grob gemacht habe und welche Tipps ich aus meinem vielen Versuchen geben kann.

Aber eines möchte und muss ich dir noch sagen, bevor ich starte: Die Einstellungen sind immer stark subjektiv und von Mensch zu Mensch wirken sie unterschiedlich. Leider gibt es nicht die allgemeingültige Lösung, sondern es ist ein stetiger, individueller Prozess der Anpassung. Daher am besten einfach nicht so viele Gedanken machen. Genau deshalb gibt es ja die erfahrenen Techniker, die einen Schritt für Schritt unterstützen zum Finden der richtigen Einstellungen.

Zunächst auszugsweise ein grober Überblick über die Qual der Wahl (habe ein CI von Cochlear, weiß nicht wie das einstellungsmäßig bei anderen Herstellern aussieht).

Frequenz:

Normalerweise steigt man mit einer niedrigen Frequenz ein, um den Hörnerv nicht zu überlasten. Dass das schnell gehen kann ist mir ja auch hier passiert.

Ich hatte die Hoffnung, dass mit hohen Frequenzen vielleicht die Qualität besser wird. Ansatzweise habe ich das auch so empfunden, jedoch ging das Verstehen der Sprache zurück, weil ich einfach zu viel „Information“ auf einmal bekommen habe und sie nicht verwerten konnte glaube ich. Zudem verringert sich die Laufzeit der Batterie/Akkus mit steigender Frequenz. Bin nun bei der Standardeinstellung wieder gelandet, die bei 800 Hz glaube ich liegt (Hatte bis zu 2000 Hz ausprobiert).

Pulsweite:

Die Pulsweite habe ich nicht variiert, da diese z.B. bei Problemen mit einer fehlenden Lautstärke verändert wird (war bei einem Freund so, bei mir nie)

Filter:

Es gibt so viele verschiedene Filter, die zur Unterdrückung von Störgeräuschen (z.B. Wind), oder zum Verstärken von Sprache eingesetzt werden können. Nachdem ich alles mit allem irgendwann mal kombiniert und probiert hatte ist eigentlich mein Fazit, dass ich eigentlich normalerweise keine Filter möchte 🙂 Nur in lauter Umgebung, zB in Menschenansammlungen verwende ich ein Fokusprogramm, das sehr hilfreich für mich ist.

Anzahl gleichzeitig aktiver Elektroden:

Als ich erfahren habe, dass man die Anzahl gleichzeitig aktiver Elektroden erhöhen kann, wollte ich dies natürlich gleich ausprobieren. Denn mehr Signale ergibt doch eine höhere Auflösung oder etwa nicht? Mööööp, war leider nicht so bei mir. Bin wieder von 10 auf 8 Elektroden gewechselt, da auch hier weniger mehr ist 🙂

Lautstärke:

Am Anfang gilt die Devise: Weniger ist mehr! Bloß nicht übertreiben, das kann schnell nach hinten losgehen. Nach einem Jahr hat sich das Blatt eher gewendet bei mir. Bei meiner letzten Anpassung ist mir ganz bewusst aufgefallen, dass ich im Alltag das CI „nur“ im Hintergrund blubbern habe. Ich habe es folglich lauter gestellt, um mehr das CI ins Bewusstsein zu rücken und es gleichwertiger zum gesunden Ohr in der Wahrnehmung werden zu lassen. Die eigene Stimme in Roboterform hat mich sogleich gegrüßt, wenn ich etwas sagte. Dieses elektrische „Echo“ ist zunächst immer etwas ungewohnt, verschwindet aber wieder recht schnell. Der Tinnitus wurde auch nicht stärker (häufig ein Warnzeichen, wenn man es akustisch übertreibt). Durch die neue Lautstärke wurde mein Hörergebnis besser und ich fühlte mich ausbalancierter und nahm mehr Details übers CI ergänzend wahr.

War das schon alles?

Nein natürlich nicht. Ich habe lernen müssen, dass es viel wesentlicher ist, sich auf sein Gefühl zu verlassen. Nach jeder neuen Einstellung geht es mir immer so:

„Es ist anders, aber ist es auch besser?“

Diese Frage ist meist nur schwer zu beantworten, denn die Einstellung muss man immer erst einmal über längere Zeit wirken lassen, damit man sie wirklich fundiert beurteilen kann.

Als Ingenieur habe ich naturgemäß sehr viel über Ratio versucht zu entscheiden 😉 Der Erfolg war leider irgendwie nur mäßig und ich habe ein paar Mal einen Griff ins Klo gelandet. Viel wichtiger ist es, denke ich inzwischen, auf das eigene Gefühl in dieser Sache zu hören. Z.B. werden die Impedanzen der Elektroden jedes Mal bei der Reha gemessen und anschließend für jede einzelne das Signal angepasst. Danach folgt die subjektive Anpassung jeder einzelnen Elektrode im Lautstärkenvergleich mit einer anderen. Durch diesen zweiten, subjektiven Anpassungsschritt wurde das Hören gefühlt häufig deutlich besser bei mir.

Fazit nach viel, viel probieren und verändern der Einstellungen:

  • Probieren ist wichtig und gut aber:
  • Die Standardeinstellungen sind nicht ohne Grund gewählt
  • Zu viel Wechsel kann den Lernprozess auch verlangsamen
  • Mehr Bauch, weniger Kopf 🙂

Wie ist das bei euch? Welche Erfahrungen haben die alten Einohrhasen (schlechtes Wortspiel…) von euch mit den Einstellungen gemacht? Was hat euch geholfen?

Die Auswertung zum Verlauf meiner Testergebnisse über die bisherigen sechs Rehas im ersten Jahr elektrisches Hören folgen….

 

Ein halbes Jahr CI, das macht DEN Unterschied

CI - Alltag mit dem Sprachprozessor, CI - Erstanpassung und Reha

Momentan sitze ich im Garten des Implant Centrums Freiburg und erfreue mich meines freien Therapienachmittags und eines strahlend blauen Himmels! Inzwischen bin ich (glaube ich) zum vierten Mal zur Anpassung (Reha) hier. Wieder drei Tage Auszeit vom Alltag und Fokusierung auf das Thema CI. Ein halbes Jahr ist „die Erstinbetriebnahme“ als Cyborg her, wieder einmal höchste Zeit für ein aktualisiertes Fazit:

Nachdem zu Beginn sehr große Fortschritte und Veränderungen (z.B. Lautstärkenanpassung) für mich spürbar waren, so ist der Alltag zum Glück wieder angekommen. Dieser war seit der schlagartigen einseitigen Ertaubung nie wirklich zurückgekehrt, erst die CI OP brachte die Kehrtwende.

Die ersten Monate waren dominiert vom Heilungsprozess und viel ungewohnten, neuen Sinneseindrücken. Nun merke ich eigentlich gar keine große Besonderheit mehr im Alltag, außer ich vergesse meinen Sprachprozessor anzulegen 🙂 Diese Aussage meine ich sehr positiv, da ich mir nach der Ertaubung den Alltag so sehr wieder wünschte, aber aus meiner akustischen Einschränkung, der permanenten Dominanz des Tinnitus über das Bewusstsein und der permanenten Erschöpfung einfach nicht aus meinem mentalen Loch steigen konnte.

Diese Phase erscheint mir nun überwunden, die alten Sinneswahrnehmungen sind fast vergessen und das elektrische helle Gebrabbel in meinem linken Ohr scheppert einfach herrlichen den ganzen Tag liebevoll vor sich hin 🙂 Das mag jetzt vielleicht komisch für dich klingen, wenn du selbst kein CI hast, aber dieser Zustand ist wirklich angenehm, wenn man sonst ohne CI gefühlt in einer Schachtel mit einem wild summenden Heer von tausend flimmernden Fernseher mit gezogenem Antennenkabel sitzt (ja, die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht an die Zeit vor digitalem TV 🙂 ).

An das häufigere Nachfragen habe ich mich gewöhnt, Arbeitskollegen und Familienmitglieder laufen z.T. automatisch immer auf meiner gesunden Seite und nachts genieße ich es mit dem gesunden Ohr im Kissen akustisch total von der Umwelt (d.h. schreiende Zwillinge) isoliert einzuschlafen. Keine Angst, meine Frau kümmert sich um die Kleinen unter der Woche, sie werden also noch gehört 😉 Am Wochenende bin ich dafür dran 😉

In der Familie und auf der Arbeit sitze ich wieder gefühlt voll im Sattel, pendle täglich 40 km mit dem Rad (hab mein Auto verkauft und ein Trike angeschafft), werke wieder die Wochenenden durch und fühle mich endlich wieder (fast voll) leistungsfähig.

Die Fortschritte mit dem CI sind nicht mehr wirklich spürbar, lediglich alle paar Monate werden die besseren Hörergebnissen (OLSA, Freiburger, etc…) in Tests auf der Reha sichtbar. So auch diesmal, wo ich im Oldenburger Satztest (Verstehen von Wörtern über das CI) statt 76 % (nach der Erstanpassung) auf stolze 90 % kam. Das Richtungshören klappt weiterhin gar nicht, wobei mich das nicht mehr in Stress versetzt wie früher. Wenn ich ein Geräusch räumlich nicht zuordnen kann (also immer), drehe ich ein paar Mal meinen Kopf hin und her, wenn ich denke es lohnt sich. Wenn ich es dann immer noch nicht orten kann, dann ist es halt so 🙂 Frage z.B. regelmäßig mein Umfeld, wo mein klingelndes Handy liegt 😀

Unterm Strich habe ich nun endlich die Phase erreicht, in der ich meinen Frieden mit meiner körperlichen Beeinträchtigung und der neuen „Realität“ gefunden habe. Wenn ich über die Erkrankung nachdenke, so fühlt sich das nun wie eine Art Rückblick an, eine Erinnerung an eine (zum Glück) vergangene sehr schwere, aber abgeschlossene Zeit.

Ich sehe sogar inzwischen die positiven Aspekte an dieser Lebenserfahrung, da sich mein innerster Kern, meine Weltanschauung und meine Beziehung zu meiner Familie sehr stark verändert haben. Meine Prioritäten im Leben haben sich klar herauskristallisiert und angebliche „Probleme“ relativiert. Ich konnte durch viel Reflexion Neues über mich und meine Umwelt erfahren und sehe Dinge nun klarer. Der wichtigste Schlüssel, den ich für mich gefunden habe, heißt Achtsamkeit.

Es gibt ein altes Sprichwort, das besagt, dass man stärker aus einer überstandenen Krise herausgeht als hinein. So fühlt sich das nun für mich auch an. Das ist DER entscheidende Unterschied, den das CI für mich ausmacht. Nicht einzelne Verbesserungen in Hörtests (ich bin ja nicht taub und fühle mich auch nicht schwerhörig) sind für mich relevant, sondern dass ich der Ohnmacht der Ertaubung etwas entgegensetzen kann! Ich habe wieder zu einem Zustand gefunden, mit dem ich mein Leben meistern kann und mich nicht mehr beeinträchtigt fühle. Danke Cochlea Implantat!

Résumé: Wie ist das Hören nach dem 1. Monat mit CI bei einseitiger Taubheit?

CI - Erstanpassung und Reha, So ist einseitige Taubheit!

Etwas mehr als ein Monat ist nun vergangen, seitdem das Cochlea Implantat mein taubes Ohr wiederbelebt hat. Zeit für ein erstes, persönliches Résumé.

Retroperspektivisch betrachtet bin ich sehr froh, mich FÜR das CI entschieden zu haben, weil:

1) mein Tinnitus tritt deutlich in den Hintergrund, solange das CI aktiv ist

2) mein Sprachverständnis ist besser geworden

3) die Ansprechbarkeit auf der tauben Seite ist gegeben

4) ein Gefühl von Raumklangempfindung ist bei mir wieder vorhanden

5) Geräuschüberempfindlichkeit ist reduziert auf der gesunden Seite

zu 1) Boah, nun fällt mir es richtig auf, wie sehr der Tinnitus der tauben Seite meine Wahrnehmung eigentlich beeinträchtigt. Schalte ich das CI kurz aus beim Gespräch, so strengt es mich mehr an diesem zu folgen. Der Kontrast ist sehr deutlich spürbar, da der Tinnitus sofort nach Deaktivierung in voller Stärke ins Bewusstsein drängt.

Zur Veranschaulichung, was in meiner Tinnitus Wahrnehmung passiert:

A) CI aus:

Primärwahrnehmung (selbst bei lauter Umgebung) ist Tinnitus

Sekundärwahrnehmung ist akustische Umwelt (gesundes Ohr)

B) CI ein:

Primärgeräusch ist akustische Umweltwahrnehmung (gesundes Ohr)

Sekundärgeräusch ist elektrische Umweltwahrnehmung (über das CI)

Tertiärgeräusch ist Tinnitus

Was für ein Wandel! Der Tinnitus wird nicht unbedingt weniger, sondern er rutscht mehrere Ebenen in der Wahrnehmung nach hinten. Was für ein Segen!

=> besseres Sprachverständnis

=> geringere Anstrengung

=> geringere Ermüdung

2) Das Sprachverständnis ist deutlich verbessert, was sich auch in den Sprachtests zeigt. So kann ich auch bei Störgeräuschen, z.B. in der Innenstadt, den Gesprächen deutlich besser folgen. Die akustische Wahrnehmung ist weniger mit Anstrengung verbunden.

3) Meinen Kopf halte ich nun immer öfter gerade in Gesprächen und muss ihn nicht mehr zur Seite drehen. Der Körper wird mir diese verbesserte Haltung hoffentlich danken. Die Körpersprache ist dadurch auch wieder verbessert, da eine gedrehte Kopfhaltung in der Kommunikation fehlinterpretiert werden kann vom Gegenüber. Ich bin beim Spazierengehen z.B. mit meiner Frau auch nicht mehr auf eine Seite beschränkt (gesundes Ohr zu ihr), wobei ich das weiterhin bevorzuge. Ich hatte nun schon öfters die Situation, dass ich es rein über die CI Wahrnehmung erkannte, wenn ich angesprochen wurde auf der tauben Seite. Natürlich suche ich mir es weiterhin zu Hause aus, ob ich etwas verstanden habe, wenn meine Frau mich ruft 😉

4) Das Gefühl „Ich sitze in einer Schachtel und habe einen Korken im tauben Ohr“ ist weg und der Klang fühlt sich wieder voller und umfassender an. So kann ich beim Autofahren wieder Musik hören, ohne dass mich das zu sehr ablenkt. Das Klavierspielen habe ich ebenfalls wieder angefangen. Nach den fürchterlichen Klangeindrücken nach der einseitigen Ertaubung hatte ich dieses frustiert vorübergehend aufgegeben…

5) Nach meiner Ertaubung musste ich temporär mit Gehörschutz zu Hause herumlaufen (im Vergleich zu drei kleinen Jungs ist ein startender Düsenjet nichts 😀 ), da sich eine laute Geräuschumgebung wie seelische Gewalt anfühlte. Nun stressen und verletzen mich laute Geräusche nicht mehr überdurchschnittlich. Das Cros habe ich nach der Arbeit immer abgelegt (da war nicht dieser Effekt), das CI trage ich permanent.

Sport und Sauna

Ich habe wieder angefangen (8 Wochen nach OP), regelmäßig Sport zu treiben (Fitness und Laufen). Ich merke keine Beeinträchtigungen durch das CI. Im Gegenteil: es ist unglaublich toll, beim Joggen wieder Windgeräusche und das Auftreten der Füße auf beiden Ohren zu hören! Irgendwie bin ich dadurch auch etwas besser im Gleichgewicht. In die Sauna gehe ich ebenfalls wieder (ohne Sprachprozessor versteht sich, wobei das mit Einschränkungen mit dem Aqua+ Kit wohl möglich sein soll).

Schlafen und Wundheilung

Schlafen ohne Probleme ist ebenfalls wieder auf der OP Seite möglich. Eine Berührungsempfindlichkeit der Narbe liegt nur noch ganz schwach vor.

Gesellschaftliches Leben

Nach meiner einseitigen Ertaubung habe ich große Menschenansammlungen und laute Umgebungsgeräusche vermieden. Nun war ich wieder mit meiner Frau und Freunden einmal in einer Kneipe und einem Restaurant. Wenn ich den Sprachprozessor abnehme, ist der Tinnitus sofort im Vordergrund und ich erhalte ein beklemmendes Gefühl (sogar bei dieser lauten Geräuschkulisse!). Die Umgebungsgeräusche erdrücken einen förmlich. Schnell wieder den SP ran an den Kopf und ich fühle mich wieder viel wohler und verstehe die Gespräche deutlich besser!

Arbeit

Auf der Arbeit empfinde ich mich leistungsfähiger mit CI und ermüde weniger bei Gesprächen. Meine Kollegen sind super interessiert an dem Ding an meinem Kopf (Ingenieure lieben eben Technik 🙂 ). Wenn ich erzähle, dass ich nun nur noch bis 1,5 Tesla zugelassen bin, dann habe ich die Lacher auf meiner Seite (das finden aber glaube ich nur Leute witzig, die mit Magnetfeldern arbeiten 😉 ).

Wow Effekt:

Stellenweise habe ich den Eindruck, auf beiden Seiten die gleiche Geräuschwahrnehmung zu besitzen. Was für ein tolles Gefühl, wie mit zwei gesunden Ohren! War mir gar nicht bewusst, dass das möglich ist mit einem CI!

Zum Beispiel:

beim Hören von elektrischer Musik

das Plätschern von Wasser

das Wehen von Wind um die Ohren

Fazit 1. Monat mit aktiviertem Cochlea Implantat:

Unterm Strich ist meine Lebensqualität als einseitig Ertaubter deutlich mit Cochlea Implantat gestiegen. Das Cros war in der Vergangenheit eine kleine Hilfe (konnte nur bei Punkt 3 helfen), das CI ist verglichen dazu ein deutlicher Quantensprung.

Die Klangqualität des CI ist deutlich schlechter und anders als die akustische Wahrnehmung über das gesunde Ohr (keine Illusionen da machen!).

Jedoch stört mich das nicht, auch wenn sich ein leichtes Hallempfinden der beiden Wahrnehmung bei mir einstellt (CI Ohr ist leicht zeitversetzt). Ich empfinde es von Anfang an als Bereicherung und trage das CI den ganzen Tag!

Ich kann zum Glück ein sehr positives Fazit für mich persönlich ziehen, nach all den Höhen und Tiefen im Vorfeld. Ich kann nun gar nicht mehr nachvollziehen, wieso ich mir so unglaublich viele Gedanken im Vorfeld machte, ob ich die Operation wagen soll. Hätte ich doch nur die Informationen schon früher gehabt 🙂

Nichts desto trotz möchte ich wie üblich betonen, dass das meine persönlichen Erfahrungen sind und leider keine Allgemeingültigkeit besitzen. Die medizinischen Voraussetzungen (vor allem die Ertaubungsdauer) sind einfach zu verschieden, genau so wie der individuelle Lernprozess und der psychologische Umgang mit dem Thema.

Ich hoffe, ich kann Mut allen Unentschlossenen mit meinen Erfahrungen machen, wenigstens zur Voruntersuchung zu gehen und die medizinische Machbarkeit abzuklären. Alles andere ist sonst nur Spekulation im Vorfeld. Die VU kostete mir lediglich 20 € Zuzahlung und zwei Tage Untersuchungen mit warmen Mahlzeiten und netten Leuten dazwischen 😉 Dafür kann sie der mögliche erste Schritt in ein neues akustisches Leben bedeuten. Nur Mut!

Diskussion zu CI bei einseitiger Taubheit findest du hier im DCIG Forum.

EA Tag 5: Kann man hören wie Latein lernen?

CI - Erstanpassung und Reha

Und schon bricht der bereits letzte Tag meiner Erstanpassung an. Wahnsinn, wie schnell diese Woche vergangen ist! Der erste Griff geht in die Trockenbox neben meinem Bett und der Sprachprozessor wird mit einem inzwischen geübten Handgriff angelegt.

Hallo, hallo, hallo, Guten Morgen taubes Ohr, Hörnerv erwache! Die ersten Minuten nach dem Anlegen empfinde ich die Lautstärke des CIs noch etwas laut, das legt sich jedoch schnell. Das Geräusch des fließenden Wassers beim morgentlichen Waschen entzückt mich noch immer aufs neue. Wahnsinn, wie dynamisch das Wasser doch durch das Blechohr klingt.

Ich habe generell den Eindruck, dass ich unglaublich achtsam geworden bin, seitdem das CI aktiv ist. Obwohl die Klangqualität, verglichen mit dem akustischen Hören, bei weitem nicht mithalten kann, entdecke ich neugierig viele akustische Nuancen! Diese fielen/fallen mir über das akustische Ohr überhaupt nicht in der Intensität bewusst auf, sondern werden einfach selbstverständlich konsumiert und nicht weiter beachtet. Etwa die genannte Dynamik eines  Wasserstrahls im Waschbecken oder die vibrierende Charakteristik des Klangs einer Kirchenglocke. Das Cochlea Implantat verhilft mir trotz seiner reduzierten Klangqualität zu einer bewussten Differenzierung der akustischen Umwelt und somit zu einer Erweiterung meiner wahrgenommenen Hörfähigkeit. Klingt komisch, ist aber irgendwie so…

Logopädie

An meinem letzten Tag der EA möchte ich noch einmal richtig gefordert werden. Die angehende Logopädin führt heute wieder die Sitzung durch und liest mir einen unbekannten Text vor. Das gesunde Ohr ist dabei selbstverständlich mit einem lauten Rauschen aus einem Kopfhörer wirkungsvoll abgelenkt, sodass ich nur rein über das CI die Sprache wahrnehmen kann. Mit geschlossenen Augen lausche ich dem wilden Rauschen auf der einen, der Mickey Mouse ähnlich wahrgenommenen Stimme auf der anderen Seite. Den Text kann ich gut aufnehmen und einzelne unverständliche Wörter kann ich über den Kontext erschließen. Toll, so ein Resultat am Ende der EA habe ich mir im Vorfeld wirklich nicht erträumt. Die Erwartungen möglichst tief ansetzen hat sich gut bewährt, sodass ich nur positiv überrascht wurde. Der Text handelt von einer Forschungsreise. Nach jedem Absatz soll ich den Inhalt wiedergeben.

Nun fällt mir eines ganz bewusst auf: Ich verstehe zwar während des Zuhörens recht gut den Text, jedoch ist es für mich unglaublich schwer, den Inhalt über mehrere Sätze hinweg im Gedächtnis zu behalten. Mein Gehirn ist scheinbar so mit der Datenaufnahme und Interpretation beschäftigt, dass wenig Denkleistung fürs Ablegen im „Arbeitsspeicher“ übrig bleibt. Trotz meiner ersten Erfolge dieser Woche wird mir nun einmal mehr bewusst, dass noch ein längerer Weg der neuronalen Neuvernetzung (einmal wieder nach dem Gehör- und Gleichgewichtsverlust) für mich zu gehen ist. Doch als Bergsteiger und Marathonläufer bin ich gewohnt lange Wege zu gehen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren 😉

Den vollen Nutzen eines Cochlea Implantats erlangt man ja bekanntlicherweise erst nach einer längeren Lernphase. Daher ist meine Rehaphase auch auf drei Jahre verteilt. Viele vergleichen den cognitiven Entwicklungsprozess auch mit dem Erlernen einer neuen Sprache. Im Vorfeld habe ich mir das irgendwie etwas wie Latein lernen, also durch harte Arbeit, vorgestellt. Nun nach der EA habe ich mehr das Gefühl, dass das größtenteils ein spielerischer unterbewusster Prozess ist.

Natürlich kann man durch Übung (z.B. jeden Tag eine Stunde mit dem Kabel einstöpseln) den Prozess des Erlernens beschleunigen. Eine gute Möglichkeit hierfür ist die Nutzung des Online-Angebots der deutschen Welle. Hier findet man langsam gesprochene Nachrichten, Reportagen, etc. mit Skript zum parallelem Lesen. Eine wirklich tolle Plattform als Quelle zum Üben zu Hause!

Ich empfinde den Entwicklungsprozess mit CI aber mehr wie das Lernen eines Kindes durch Erleben . Da die Geräusche des Alltags ebenso einen Lerneffekt hervorrufen können wie gezielte Übungen, lernt mein Gehirn allein durch das Tragen des SP stets dazu. Achtsamkeit und Neugierde helfen dabei, den Prozess zu beschleunigen.

Die Auszubildende frägt mich, ob ich mich als Patient für ihren Fallbericht zur Verfügung stelle. Da habe ich natürlich nichts dagegen und wir verabreden uns für den Mittag zu einem kurzen Gespräch.

Anpassung Technik

Um im kommenden Alltag für die unterschiedlichen akustischen Situationen gut gerüstet zu sein, stellt der Techniker zusammen mit mir ein paar Programme auf der Fernbedienung ein. Diese kann ich nach belieben selbst aktivieren. Zudem wird die Lautstärke erneut angepasst. In der nächsten Zeit soll ich ungefähr alle drei Tage eine Lautstärkenstufe nach oben gehen, bis es für mich nicht mehr angenehm ist. Ich starte mit 1 von 10 und bin gespannt, wie weit ich bis zu meinem nächsten Aufenthalt im Rahmen der Reha kommen werde. Die jetzige Stufe 1 hört sich noch recht laut und hallend an, die Eigenstimme gewöhnungsbedürftig. Die Zeit wird zeigen, welche Fortschritte noch möglich sind.

Interview Fallbeispiel

Gerne stehe ich als Patient für einen Ausbildungsbericht der  angehenden Logopädin zur Verfügung. Wir treffen uns in der Cafeteria und unterhalten uns. Ich erzähle ihr meine medizinische Vorgeschichte (wird echt mal Zeit, dass ich es schaffe hier einen Beitrag darüber zu verfassen!) und über meine ersten Erfahrungen mit dem CI. Ich denke, ich bekomme das recht prägnant auf den Punkt, da mir das Schreiben im Blog als Reflexion dient. Ist ja auch praktisch für sie, einen umfassenden Blog als Informationsquelle zu ihrem Patienten nutzen zu können 🙂 Nachdem wir mit den Themen durch sind, verspricht sie mir auf Nachfrage, den Bericht per Mail zukommen zu lassen.

Wir verabschieden uns und ich begebe mich auf die Autobahn Richtung zu Hause.

Byebye EA!

Die Erstanpassung hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen! Zwar klingt das erste Hören über das CI noch surrealer als die Simulationen. Das stört aber nicht! Neben Wörtern ist mir das Verstehen von ganzen Sätzen nach dieser ersten Woche möglich. Die Klangvielfalt hat mich trotz der vermuteten reduzierten Qualität positiv überrascht. Der Tinnitus scheint in den Hintergrund zu rücken, so lange ich den SP trage. Das ist alles so viel besser als einseitig taub zu sein! Lang lebe die Technik und die Medizin, die dieses Erlebnis ermöglicht.

Ich freue mich darauf, den Sprachprozessor meiner Frau und Kindern zu zeigen und sie an meiner Freude über den neuen Lebensabschnitt teilhaben zu lassen. Zudem bin ich überaus neugierig, wie mein privates und berufliches Umfeld auf den SP reagieren wird  und auf die hoffentlich vielen Entdeckungen in der neuen akustischen Welt, die vor mir liegen!

Diskussion zu meiner Erstanpassung findest du hier im DCIG Forum.

EA Tag 4: Die ersten Ergebnisse: Was bringt das Cochlea Implantat?

CI - Erstanpassung und Reha

Neuer Tag, neues Glück. Wie gewohnt lege ich mir sofort nach dem Aufstehen mein Cochlea Implantat an. Ahhh, da ist sie wieder, die schöne, neue akustische Welt. Das Wasser beim Waschen hört sich schon wieder verändert an bilde ich mir ein, klarer und heller. Unglaublich, wie achtsam ich seit der Aktivierung des CIs den Tag über Geräusche wahrnehme, ohne dass ich mich speziell darauf fokusiere. Heute wird ein Power-Tag! Das vollste Programm meiner Erstanpassung lacht mir entgegen. So mag ich das 🙂 Als runter an den Frühstückstisch und zur Abwechslung mal Kaffee mit Coffein rein in den Körper. Ja, ich trinke häufig ohne. Nein, es hat nichts mit dem CI zu tun 😉 Zwei Brötchen später fängt das Doping an zu wirken und ich mache mich bereit für das Highlight der Woche! Hörtests in der Audiologie stehen an.

Audiologie

Zur Audiologie muss ich genau 1,5 m den Speisesaal verlassen und schon bin ich im schalldichten Raum. Natürlich bin ich hoch motiviert, ein erstes „objektives“ Ergebnis über die Veränderungen meiner persönlichen  akustischen Wahrnehmung zu erhalten. Bereits vor der OP wurden die gleichen Tests durchgeführt (ohne Hilfsmittel, mit Cros und mit Baha). Im Laufe der mehrjährigen Reha wird dieser Test wiederholt und der Lernprozess dadurch sichtbar. Auch für die Wissenschaft werden die Ergebnisse für Studienzwecke herangezogen. Man, es wird echt Zeit, dass ich endlich dazu komme, die Ergebnisse der vielen Studien zu den Vorteilen eines CIs bei einseitiger Taubheit in einem Beitrag zusammenzufassen….. Los geht die Testreihe. Auf dem Programm stehen der Oldenburger Satztest und der Freiburger Einsilbertest.

Beim Oldenburger Satztest werden wiederholt Sätze gleichen Satzbaus aus fünf Wörtern gebildet. Die Wörter werden aus einer vordefinierten Menge dabei durch das Zufallsprinzip miteinander kombiniert. Daher gilt: Beim Oldenburger keinen Sinn suchen, sondern nur das wiedergeben (und zwar alles) was man wahrnimmt. Ich bilde wieder fleißig mit geschlossenen Augen lustige Sätze oder Wortfetzen.

Das Freiburger Sprachaudiogramm (oder Freiburger Wörtertest, Einsilbertest, etc…) beschränkt sich auf das Hören eines Wortes im Störgeräusch. Die Lautstärke des Störgeräuschs wird dabei den Ergebnissen des Probanten angepasst. Der Grenzbereich des Sprachverständnisses wird also ermittelt. Das Ganze wird mit Zahlen und einsilbigen Substantiven durchexerziert. Das Zahlenverstehen flutscht ohne Probleme durch, die Wirkung des Kaffees ist noch voll da 😉 Mit den Wörtern wird es schon anspruchsvoller.

Wer nun noch einen Hannover- oder Berlinertest vermutet, die kamen nicht vor 🙂

Direkt im Anschluss erhalte ich die Auswertung in die Hand gedrückt und die Audiologin verabschiedet sich. Ich hake natürlich nach, was die Diagramme bedeuten und sie nimmt sich nochmal Zeit für mich und erklärt kurz das Papier in meinen Händen.

Hörkurve einseitige TaubheitZunächst sieht man im ersten Audiogramm, Überraschung, ich bin links ohne CI taub und rechts normalhörend. Das Zweite ist da schon wesentlich aufschlussreicher:

Sprachaudiogramm Freiburger Wörtertest

Im Oldenburger Satztest konnte ich 77 % der Wörter verstehen (dachte vom Gefühl, es wären weniger). Beim Freiburger Sprachverständlichkeitstest verstand ich 50 % der einsilbigen Substantive und 100 % (!!!!!!!!) der Zahlen im Störlärm. Yeah, bin sehr zufrieden mit den Erfolgen mit dem Cochlea Implantat und fühle mich einmal wieder bestätigt in meiner Entscheidung dafür! Mit viel Coffein und Endorphinen im Blut nimmt der Morgen weiter seinen Lauf. Schön, dass nach all der Ungewissheit, ob das CI überhaupt noch medizinisch funktioniert, so ein erfreuliches Ergebnis heraus kommt! Das Ergebnis ist bei Weitem nicht selbstverständlich! Einen Vergleich mit den Tests vor der OP (Ergebnisse habe ich leider momentan nicht, besorge ich beim nächsten ICF Aufenthalt) liefere ich euch nach.

Anpassung Technik

Nun geht es direkt weiter zum Techniker. Dieser nimmt keine neuen Einstellungen vor, da wir uns voll und ganz dem Technikzubehör widmen wollen. Bisher hatte ich den Sprachprozessor mit Spule, die Fernbedienung und ein paar Batterien. Nun kommt noch eine Menge anderer Zubehörteile in einem Koffer dazu. Da die Beschreibung des Inhalts den Tagesberichtsumfang der Erstanpassung sprengen würde und ich hoch erfreut bin über so viel Sonderausstattung (sponsored by Krankenkasse), widme ich hier dem Koffer seinen verdienten Extrabeitrag. Lasst uns doch einmal gemeinsam einen Blick hineinwerfen:

Cochlear Implantat Nucleus 6 – der Zubehörcheck

Logopädie

Heute führt die Logopädiestunde eine junge Dame durch, die unsere letzten Sitzungen lang als Auszubildende hospitierte. Zum Start wünsche ich mir gleich eine schwere Herausforderung (habe mir  ausnahmsweise Kaffee mit Coffein heute morgen gegönnt, der bringt mich in Fahrt 🙂 ). Gut, soll ich bekommen… Das Audiokabel wird in den Sprachprozessor eingestöpselt und los gehts nur über die CI Seite. Drei verschiedene Wörter eines gemeinsamen Themenfelds werden vorgespielt. Nach dem Anhören soll ich das dazugehörige Themenfeld benennen. Ich erfasse noch nicht alle Wörter auf anhieb. Braucht es auch gar nicht bei dieser Übung, da ich auch mit Lücken das Themenfeld recht  gut assoziieren kann. Ich wills härter! 🙂 Ok, nächstes Level. Eine Liste mit je drei Wörtern je Zeile, die sehr ähnlich klingen (in etwa Feld, Geld, Held), liegt vor mir. Ein unbekanntes Wort wird übers CI eingespielt und ich soll nennen, welches der drei Wörter es jeweils ist. Diese Übung klappt ebenfalls recht zügig und wir ziehen deshalb die komplette Liste durch. Ich halte immer meine Augen geschlossen, um die maximale Konzentration auf dem Gehör zu haben. Puh, gegen Ende merke ich, wie sich langsam die Ermüdung breitmacht. Nun muss ich doch das ein oder andere Wort wiederholen lassen. Unterm Strich weiß ich jedoch das Sprachverständnis, das ich bisher aufbauen konnte, sehr zu schätzen! Nimm das Verknöcherung!

Psychologie

Die Belastungen einseitiger Taubheit (geschweige denn bei einer vollständigen Ertaubung) und vor allem der häufigen Begleiterscheinung Tinnitus (nie mehr Ruhe!) bei Spätertaubungen kann sehr massiv sein und sich auch auf das Sozialverhalten auswirken.

Deshalb hat jeder Patient standardmäßig am ICF ein Gespräch mit einer Psychologin bei der Erstanpassung. In den daraufhin folgenden Reha-Aufenthalten kann jederzeit über die Logopädie ein neuer Termin angesetzt werden. Zunächst versucht mir die Psychologin mit Samthandschuhen die Vorteile und den Nutzen einer psychotherapeutischen Arbeit näher zu bringen. Ich weise sie gleich darauf hin, dass ich vom Benefit ihrer Tätigkeit überzeugt bin. Der Nutzen, um möglichst schnell wieder neben dem körperlichen auf die Beine zu kommen, ist mir bewusst. Daraufhin führen wir das Gespräch gleich auf einer ganz anderen Ebene fort. Sie stellt heraus, dass sie mit den wenigen Terminen keine Therapie bieten kann, sondern lediglich eine Hilfestellung bei offenen Fragen und Anliegen leisten kann. Verständlich, wenn man bedenkt, dass eine klassische Kurztherapie bei einem Psychologen 40 Sitzungen umfasst.

Hiermit möchte ich anderen Betroffenen Mut machen und den Nutzen von psychologischer Arbeit bei einseitiger Ertaubung unterstreichen. Natürlich kann man versuchen alles mit sich selbst auszumachen, jedoch ist es meist deutlich effizienter, professionelle Unterstützung zur Bewältigung von belastenden Themen in Anspruch zu nehmen (auch wenn viele, mich eingeschlossen, eine ziemliche Hemmschwelle beim ersten Mal dafür haben). Ich für mich persönlich bin froh, möglichst schnell Leistungsfähigkeit wieder herzustellen und spüren zu können.

Freizeit

Nach diesem anstrengenden Rehaprogramm möchte ich mir etwas Ruhe gönnen. Deshalb nutze ich das schöne Wetter für einen Spaziergang vom ICF aus zum Seepark, der direkt in der Nähe liegt. In dieser Parkanlage fand eine Landesgartenschau in der Vergangenheit statt. Ich genieße die Aussicht von einem Turm und umrunde den See. Leider hat der einladende Biergarten noch nicht geöffnet.

Fazit

Trotz des Schocks der Voruntersuchung nimmt die Geschichte CI für mich persönlich scheinbar einen positiven Ausgang. Die Ergebnisse übertreffen bei Weitem meine Erwartungen und ich bin darüber sehr dankbar. Nimm das Verknöcherung!

 

CI und Musik – geht das?

CI - Erstanpassung und Reha, So ist einseitige Taubheit!

Was die Champions League für den Vereinsfußball ist, ist die Musik für das Gehör. Umso mehr stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, was mit diesem Quell der Lebensfreude passieren kann, wenn das Gehör versagt? CI und Musik, geht das? Elektro vs. Akustik? Mono vs. Stereo?

Hier (inspiriert durch meine Musiktherapeutin) eine sehr persönliche Gegenüberstellung meiner Erfahrungen mit Musik in den Lebensphasen Stereo, Mono und Elektrisch

Epoche 1: Musik mit zwei gesunden Ohren

Lieblingsmusik

In meinem Leben mit zwei gesunden Ohren habe ich fast alle Arten von Musik gerne gehört.

Musik im Auto

Als Pendler habe ich häufig im Auto die Musik nach Feierabend aufgedreht, um die Arbeitsgedanken zu vertreiben. Von BigFm bis Klassikradio hörte ich mir alles an.

Voll auf die Ohren

Konzerte, Festivals, Discos, randvolle Kneipen. An vielen Orten in den unterschiedlichsten Lautstärken und Formen konnte ich Musik genießen

Musizieren

Wirklich viel Musik selbst habe ich in meinem Leben nicht gemacht, abgesehen von ein wenig Keyboardunterricht in der Kindheit und selbstbeigebrachtes Klavierspiel nach dem Studium.

Epoche 2: Musik nach der einseitigen Ertaubung

Musik im Auto als SSDler

Musik höre ich beim Pendeln seit dem einseitigen Ertauben nicht mehr, denn mein gesundes Ohr ist sehr geräuschempfindlich geworden. Zudem raubt mir leider das asymmetrische Hören von Musik viel Konzentration. Durch die einseitige Ertaubung gewinne ich keine Kraft mehr aus der Musik sondern werde erschöpft. Die Aufmerksamkeit sinkt, was im Straßenverkehr ja nicht unbedingt so vorteilhaft ist… Deshalb höre ich eigentlich nur noch Deutschlandfunk beim Pendeln, da Reportagen komischerweise besser aufgenommen werden können.

Voll auf die Ohren, ähm das Ohr

Dass ich nun (abgesehen von den drei kleinen Gründen mit je zwei Beinen bei mir zu Hause) kein Stammgast in Discos, Heavy Metal Festivals und randvollen Kellerkneipen bin, ist glaube ich nicht schwer zu erraten.

Festivals und Co als SSDler

Wobei, letztes Jahr schleppte mich meine Frau zum Glück auf mein erstes „Mono“ Festival („Das Fest“ in Karlsruhe). Mit Gehörschutz klappte das trotz anfänglicher bedenken erstaunlich gut. Einmal verrutschte er mir jedoch und ich bekam die absolute Oberkrise, als plötzlich dieser Lärmpegel auf mein Weichei-Ohr traf 🙂 Unterhaltungen waren bei den lauten Umgebungsgeräuschen nur sehr eingeschränkt möglich (der Gehörschutz lässt jedoch die hochfrequenten Töne der Sprache einigermaßen durch). Die Musik konnte ich beim Festival ganz gut aufnehmen, da zum einen das Flair, zum anderen das Vibrieren der Musik im Körper das Musikerlebnis abrunden. Diese Wahrnehmungen werden nicht durch den einseitigen Gehörverlust gemindert. Man sollte sich ja immer mehr darauf fokusieren, was man noch kann, als auf das, was man nicht mehr kann (halte ich meiner Oma bei anderen körperlichen Leiden immer vor, warum soll das nicht auch für mich zutreffen?! 😉 ).

Klassisches Konzert als SSDler

Der Besuch eines klassischen Konzerts (mag ich eigentlich sehr gerne) war leider sehr ernüchternd nach der einseitigen Ertaubung. Das herrliche Klangvolumen, das den Raum sonst wie Honig flutet, war gänzlich nicht mehr vorhanden. Das Orchester spielte gefühlt direkt in meinem gesunden Ohr (es schrumpft quasi auf eine Singularität) und nicht im Zentrum der Bühne vor mir. Auf der anderen Seite schrillte der Tinnitus und zelebrierte seinen Triumpf über die schönen Klänge der Welt. Er rieb es mir förmlich unter die Nase, dass er eindringlicher und lauter ist als alles andere. Die räumliche Zuordnung war auch nicht mehr möglich und somit das Fokusieren auf einzelne Instrumente hinfällig. Bei Solostücken hätte ich heulen können, da ich vor allem Tinnitus wahrnahm. Das war ein halbes Jahr nach der Ertaubung.

Musizieren als SSDler

Das Klavierspiel habe ich aufgehört, da das fehlende Klangvolumen selbst für mich als wenig anspruchsvoller Hobbyklimperer zu deprimierend war.

Epoche 3: Musik mit CI

Hoffentlich ändert sich das nun wieder etwas mit dem Cochlea Implantat. Ich kann es kaum glauben, dass ich Musik zum Teil drei Tage nach der Inbetriebnahme ganz akzeptabel wahrnehmen kann, jedoch natürlich nicht natürlich 🙂 Einem Rythmus kann das egal sein!

Hier eine kurzer Beitrag zur Problematik von Musik und Cochlea Implantat:

Für alle nicht CI’ler habe ich ein Simulationsbeispiel gefunden, wie ein geübter CI’ler nach jahrelangem Training Musik wahrnehmen kann:

Mein CI (Cochlear) hat übrigens 22 Kanäle in Bezug auf das Video.

Klassische Musik mit CI

Einen guten Einstieg in die Welt der Musik mit CI bieten, meiner beschränkten Erfahrung nach, langsame Klavierstücke wie dieses hier:

Akustisch und elektrisch wunderbar ansprechend und interessant im Wechsel von Rhytmus, Melodie, Lautstärke und Klangfarbe! Ich gebe mein Bestes das Positive zu entdecken und nicht den Fokus auf dem Unnatürlichen zu lassen. Das Negative versuche ich mit Humor zu nehmen, z.B. muss ich bei diesem Stück mit dem wütenden Gorilla. herzhaft unter dieser Vorstellung lachen 😀

Schlecht bis gar nicht gehen Gesang (hohe Stimmen) und Streichinstrumente. Bei diesem Stück habe ich das Gefühl, dass der Sprachprozessor jeden Moment durchschmilzt und explodiert (Stelle ab 1:50) :

Der Akku des Sprachprozessors stirbt vermutlich nach 20 Minuten an Überlastung 🙂 Da feuern die Elektroden aus allen Rohren auf den Hörnerv ein Impulsgewitter ab!

Ein Orchester stellt also noch eine absolute Überforderung dar. Solche Stücke halte ich mal vorerst vom CI fern…ob das jemals klappen wird mit CI?

Voll auf die Ohren mit CI

Machen wir mal einen geschwinden, aber knallharten Genrewechsel. Mir hat es die Socken ausgezogen, als ich den Track von Benny Benassi aus Spaß gestartet habe:

Das klingt größtenteils nahezu Original im CI! Gut, wenn die Frau singt, dann klingt das nicht nach Frau (könnte auch 50 Cent sein 😀 ), nicht einmal nach einer Roboterfrau . Aber die elektrischen Geräusche kommen zum Teil im CI extrem gut rüber (z.B. ab 0:17)!!!! Unfassbar!!!!! Ein rießiges AHA Erlebnis. Auf beiden Ohren den gleichen Höreindruck, was für ein unglaubliches Gefühl! Hätte mir nicht zu träumen erlaubt, dass ich das noch in meinem Leben je wieder genießen darf! Ja, es ist möglich unter ganz bestimmten Voraussetzungen mit einem CI den gleichen Sound wahrzunehmen wie auf dem gesunden Ohr!!!! Das habe ich bisher noch nirgendwo gelesen oder gehört, aber bei dieser Stelle ist es für mein subjektives Empfinden Realität. Lang lebe die Technik und der Techno 😉

Generell lässt sich bei perkussiver Musik gut der Rhytmus erkennen:

Klingt etwas verzerrt zum Teil mit CI, aber im Intro sonst richtig gut. Manchmal, wenn zu viele akustische Eindrücke sich überlagern (z.B.1:20), geht dem CI gefühlt der Saft aus und die Klangschärfe und der Schalldruck lassen deutlich nach.

Ich lasse fürs Musik hören das CI an. Ich finde das wertet das Klangvolumen auf und ich fokusiere mich darauf. Wie macht ihr das?

Musizieren mit CI

Zu Hause nach der EA möchte ich mich wieder ans Klavier spielen wagen. Das wird mir sehr von meiner Musiktherapeutin empfohlen, da es die Neuvernetzung im Gehirn anregt (Verknüpfung elektrisches und akustisches Hören über Klang, Sehen, Erfahrung und Bewegen). Das Richtungshören kann dadurch wieder gefördert werden.

Fazit

So, das war ein breiter Schwenk durch das Thema Musik in allen akustischen Lebenslagen! Dieser Beitrag wird bestimmt in Zukunft noch viel von mir und anderen ergänzt werden.

Man merke: Was für Oma gut ist, ist auch für einen selbst gut 😀  (Wer den Artikel gelesen hat wirds verstehen)

Musik und CI kann funktionieren, es ist eine Frage der Erwartungshaltung und des persönlichen Fokus. Einseitig Taube haben zum Glück noch die Möglichkeit, das akustische Hören zu genießen und mit dem CI etwas mehr Fülle zu verleihen. Akustik- und Elektro-Ohr können sich ergänzen und sind nicht zwangsläufig im Gegensatz.

Unter ganz bestimmten Umständen kann der Höreindruck auf dem CI Ohr mit dem gesunden Ohr übereinstimmen und ein tolles Klangerlebnis stellt sich ein.

Diskutiert wird das Thema hier im Forum. Ich freue mich über Tipps und Erfahrungen rund um das Thema Musik in Verbindung mit SSD und CI!

 

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EA Tag 3: Mehr Dynamik und Musik ab!

CI - Alltag mit dem Sprachprozessor, CI - Erstanpassung und Reha

Und täglich grüßt das Murmeltier… Die Routine macht sich langsam hier bei der Erstanpassung breit. Sprachprozessor „ran an den Kopp“ und los gehts in den neuen Tag. Für heute habe ich mir nach meinem kleinen Turbo und dem vollen Programm gestern verordnet, einen Gang nach unten zu schalten (ich hasse es….). Doch was ist da im Bad beim Waschen wahrzunehmen? Das hört sich ja schon fast mehr nach plätscherndem Wasser als nach Kreissäge an, was da in den Abguss fließt. Sehr fein…

Anpassung Technik

Nachdem ich im Laufe des gestrigen Tages mehrmals die Lautstärke reduzieren musste und die Herabstufung der Frequenz drohte, kann ich die Lautstärke zum Glück wieder steigern.

Und damit nicht genug, denn der Techniker hat erneut einen Trick parat um zu zaubern! Diesmal knöpfen wir uns die Dynamik vor. Diese beschreibt die Breite des Dezibelfensters im Frequenzband (hoffe ich habe das richtig verstanden). Mit anderen Worten wird das Spektrum (die Grenzen der minimalen und maximalen Ausschläge der Amplituden) erweitert. Das geht nur, wenn der Hörnerv das mitmacht. Da ich die sehr leisen Töne bei allen Elektroden noch im Test erkennen kann, belassen wir diese Einstellung. Die empfundene Qualität der modulierten Geräusche wird etwas besser. Der Sprung ist aber eher ein kleiner Hüpfer im Vergleich zur gestrigen Veränderung der Frequenz. Dennoch freue ich mich über diese Anpassung.

Der Impedanztest wird, wie jeden Tag, erneut durchgeführt. Die Übergangswiderstände haben sich erneut verkleinert (das ist gut!). So sehen die drei bisherigen Messkurven in der Gegenüberstellung aus:

Cochlea Implantat ImpedanzenSorry für die miese Bildqualität, habe nur ein altes Gurkenhandy 🙂

Visite

Ziemlich unspektakulär und kurz (wobei im Vergleich zu einer Chefarztvisite eine Ewigkeit 😀 ) Es wird, überspitzt formuliert, geschaut, ob ich zwei Ohren habe und nirgendwo auslaufe 😉 Ein bisschen Zeit für netten Smalltalk bleibt dennoch.

Logopädie

Heute wagen wir uns an fremde Wörter ohne Hilfestellung (wie Bildchen). Das klappt mal gut, mal gar nicht. Kommt ganz auf die Laute darauf an. Bin dennoch sehr zufrieden, da ich den Großteil interpretieren kann. Als ich der Logopädin erzähle, dass ich den Klang von Wasser so, wie ich als Franke sage, „dodal doll“ heute Morgen fand, bekomme ich eine Herausforderung. Es gilt die Geräusche: Rudern, Duschen, Tropfender Wasserhahn, Regen, Fließender Wasserhahn und Schwimmen außeinander zu halten. Puh, da muss ich mich aber ordentlich konzentrieren und halte die Augen geschlossen. Zunächst klappt die Unterscheidung recht gut, dann zollt jedoch die hohe Konzentration ihren Tribut. Ich fühle mich recht erschöpft und mache häufig Fehler. Ist aber halb so wild, habe bewusst um diese Herausforderung gebeten und empfinde es trotzdem als sehr positiv, überhaupt unterschiedliche Qualitäten von Wasser so schnell hören zu können. Wusste bis heute noch gar nicht, dass so etwas überhaupt jemals mit einem Cochlea Implantat funktioniert…

Musiktherapie

Ich komme in den Genuss einer Einzelsitzung mit der Musiktherapeutin. Wir führen ein sehr gutes Gespräch zum gegenseitigen Kennenlernen und über die Bedeutung von Musik in meinem Leben. Dabei fällt mir auf, das die Rolle der Musik und die Einflüsse darauf durch die Ertaubung und das CI immens sind. Deshalb widme ich dem Thema einen eigenen Beitrag (Dank an meine Musiktherapeutin 😉 ).

Zum Abschluss der Sitzung nehme ich Platz auf einem Klangstuhl und konzentriere mich auf den CI Sound und die Vibrationen der Musik.

DSC_0139

Habe davon noch nie gehört oder so ein Ding gesehen. Interessante Idee so ein Klangstuhl, der könnte meinen Kindern sehr gut gefallen. Das schreit förmlich nach einem Selbstbauprojekt für zu Hause 🙂

Freizeit

Abends trifft ein SSDler zu seiner 3. Anpassung im ICF ein, mit dem ich über den Blog und das DCIG Forum im Vorfeld etwas Kontakt hatte. Halleluja, da hat der Deckel seinen Topf gefunden! 😀 Wir quatschen bis tief in die Nacht und es tut richtig gut, das erste Mal sich so wirklich mit einem Gleichgesinnten auszutauschen! Sehr viele Empfindungen, Entwicklungsphasen, Herausforderungen und Gedanken sind deckungsgleich. Wir lachen viel und morgen brauche ich wohl einen starken Kaffee…

Fazit des 3. Tages der EA:

Routine macht sich bei der Erstanpassung breit und der Tag „nur“ im ICF liefert mir wieder neue Energie. Zudem keimt in mir die Erinnerung auf, dass Musik viel mehr als nur Klang ist und auch mit einer Hörbeeinträchtigung genossen werden kann. Man muss sich nur auf das konzentrieren, was man kann, nicht auf das, was man nicht kann.

Austausch mit Gleichgesinnten ist Balsam für die Seele!

Hier ist ein Thread zu diesem Beitrag im DCIG Forum

EA Tag 2: Von Elektroterroristen und wütenden Gorillas

CI - Erstanpassung und Reha

Neuer Tag, neues Glück! Mit viel Freude lege ich beim Erwachen sofort den Sprachprozessor an, der friedlich direkt neben mir auf der Ablage geschlummert hat. Ahhhhhh, ich fühle mich irgendwie wie ein Junkie, der süchtig nach einem verrückten Zeug ist, in meinem Fall die schrägen Geräusche im tauben Ohr.

Anpassung Technik

Das heutige Programm startet mit einer Anpassung des Prozessors. Dazu wird zunächst die Impedanzen aller Elektroden vermessen. Hierbei wird der Hörnerv mit einem Impuls erregt. Dieser erzeugt darauf hin einen weiteren elektrischen Impuls, der ans Gehirn weitergeleitet wird. Dieser Impuls ist mit dem CI messbar. Je stärker der Impuls, umso lauter das Geräusch. In den ersten Tagen Betrieb eines Cochlea Implantats verändern sich die Oberflächen der Elektroden. Diese werden rauher und bekommen dadurch mehr Oberfläche. Zusätzlich verbindet sich die Elektrode besser mit dem umliegenden Gewebe. Durch diese beiden Effekte sinkt der Übergangswiderstand von Elektrode zum Hörnerv. Laut dem Ohmschen Gesetz reicht nun eine niedrigere Spannung aus, um den gleichen Strom im Hörnerv zu induzieren (= gleiche empfundene Lautstärke), da der Widerstand ja kleiner geworden ist. Folglich nimmt die Laufzeit bis zum Batteriewechsel zu und eine stärkere Erregung ist theoretisch möglich.

Wow, in einem schönen Diagramm wird mir gezeigt, wie die Elektrodenwiderstände bereits seit gestern gefallen sind. Super Sache, endlich mal anschauliche Elektrotechnik am (besser im) eigenen Leib 🙂

Die Lautstärke des CIs konnte ich am ersten Tag von 1 stufenweise bis 9 per Fernbedienung steigern, ohne dass es Probleme verursacht hat. Das ist ein gutes Zeichen. Durch die höhere Lautstärke kann ich die fremden Geräusche besser wahrnehmen und mehr Details erkennen. Die Lautstärke ist jedoch noch unterhalb der empfundenen des gesunden Ohrs.

Danach fängt der Techniker das zaubern so richtig an. Nach ein paar Mausklicks spielt er mir ein neues Programm auf und wir starten den Probelauf: „Hallo, hallo, hallo, eins, zwei, drei…“ Sagenhaft, plötzlich höre ich die stimmähnlichen Töne viel klarer und weniger verzehrt. Was ist passiert? Die Taktrate, mit der die elektrischen Impulse moduliert werden, sind von 900 MHz auf 1,8 GHz angehoben worden. Dadurch wird der Höreindruck „geglättet“. Die Frequenzwellen werden definierter und weniger eckig abgebildet. „Warum stellt man nicht gleich von Beginn an auf diese Taktrate?“ möchte ich wissen. Nun ist es so, dass der Hörnerv mit schnellerer Pulsweitenmodulation stärker beansprucht und gefordert wird. Zum Start würde eine zu hohe Taktrate den Hörnerv überfordern und das wäre kontraproduktiv. Leuchtet mir ein. Dass die Akkulaufzeit durch die höhere Frequenz (denke mal folglich auch höhere Schaltverluste) geringer wird, stört mich herzlich wenig.

Zum Abschluss lasse ich mir den Sportbügel an den Sprachprozessor montieren, da ich diesen für meinen aktiven Lebensstil nicht ausreichend befestigt empfinde. Mit dem neuen Bügel sitzt der SP wirklich Bomben fest und ich fühle mich für den Tag gerüstet.

Logopädie

Dank der neuen Optimierungen und Lerneffekte mit dem CI schneide ich deutlich besser ab bei unseren Kartenspielen des Vortags. Sogar die Rassel lässt sich nun von der Glocke unterscheiden. Zum Abschluss der Übungen probieren wir ein neues Schwierigkeitslevel aus:

Fremde Sätze nur über das CI verstehen.

Zu meiner Überraschung klappt das richtig gut:

„Ich reise nach Bagdad“ (warum auch immer…)

„Ich fliege nach Kalkutta“

etc…

Jeden Satz kann ich fehlerfrei verstehen. Nur zum Schluss stoße ich an meine Grenzen. Ein vermutetes „Wien“ entpuppt sich als „Dehli“. Das kann meine Freude jedoch nicht im geringsten über die schnellen Fortschritte trüben.

Nach der Logopädie gehe ich erneut zur Technik, da die Grundlautstärke heute irgendwie zu laut wirkt. Meine Schritte au der Treppe hallen z.B. sehr laut in meinem Schädel. Da lieber gleich wieder anpassen lassen, ist ja zum Glück alles vor Ort und läuft unkompliziert…

Freizeit und Höreindrücke dabei

Da die Sonne draußen lacht und es richtig warm ist, fahre ich in die Innenstadt und laufe quer über den Schlossberg von Freiburg. Eine tolle Aussicht ergibt sich hier, vor allem auf dem Aussichtsturm.

CI Freiburg„Freiburg, Windstärke 8, der Sprachprozessor hält“. Hier oben weht der Wind dermaßen stürmisch, dass ich echt froh über den heute angelegten Sportbügel bin. Der wird mir bestimmt beim Joggen, Bergsteigen und Klettern noch gute Dienste erweisen. Ein verlorener Sprachprozessor wäre wirklich eine sehr sehr teure Angelegenheit, da könnte ich gleich ebenso gut einen Kleinwagen eine Felswand hinunter schmeißen 🙂 Der Wind klingt nun richtig klasse im tauben Ohr, ähnlich wie das Windgeräusch in einem Handy und nicht mehr so wirr wie am ersten Tag.

Sogar das Einatmen ist nun wieder auf beiden Ohren hörbar. Dadurch fühlt es sich nicht mehr so an, als ströme die Luft nur durch ein Nasenloch.

Im „ruhigen“ Wald ist es jedoch alles andere als ruhig. Mir werden wild konfuse, metallisch klirrende Geräuschbroken um die Ohren geworfen. Erst nach einiger Zeit merke ich, dass die lauten knallenden Schläge wohl das Rascheln von Blättern sind! Und die stellenweise auftretenden penetranten ratternden Blechsalven stammen von Singvögeln! Vögel! Diese Tierchen mit den lieblichen Stimmchen sind plötzlich Elektroterroristen, die es in meinem Hirn klingeln lassen!!!!! Wie verrückt ist das denn 😀 !!!!!!!

In der Innenstadt steige ich noch aufs Münster und genieße ordentliche Glockenschläge von 24 Tonnen Glockenmaterial aus nächster Nähe. Da kann man den Sound buchstäblich fühlen. Das stellt jedoch kein Problem für das CI Ohr dar, da es bei einer gewissen Schwelle einfach nicht die Lautstärke weitergibt.

Im Getümmel der Fußgängerzone habe ich das Gefühl von elektrischem Tinnitus, da wirklich alles mögliche die Ganze Zeit unddeutbar metallisch im Ohr klingt. Zum Teil hinterlassen die Geräusche einen sekundenlangen Tinnitus im tauben Ohr. Wird Zeit zur Umkehr, habe das CI schon auf der leisesten Stufe und es fühlt sich immer noch zu laut an. Habe ich übertrieben? Vor dem Parkhaus lässt ein BMW die Reifen quietschen. Haha, wieder so ein geniales, neues Geräusch. Klingt nach metallischem, feuchten Durchfall 😀

Zurück im ICF lasse ich wieder die Lautstärke weiter reduzieren, da ich mich überfordert fühle mit der jetzigen Mindestlautstärke. Mein Techniker meint, dass das auch an der höheren Taktrate liegen kann. Falls es nicht besser wird, müssen wir wohl voerst wieder zurück zur LowQuality. Ich ärgere mich etwas über mich selbst und frage mich, ob ich mit meinem drei stündigen akustischen Ausflug in Stadt und Wald übertrieben habe. Ist ja wie beim Marathon, man sollte nicht zu schnell starten, auch wenn man sich fit fühlt. Das fällt mir auch immer schwer 😉

Im ruhigen Zimmer angelangt will ich etwas entspannen und höre das folgende, eigentlich sanfte und ruhige Klavierstück Trois Gymnopédies:

Doch was ist das?!?!?!?!??!?!?!?!!?

Wieder so ein unbeschreiblicher AHA Moment vom allerfeinsten!!!!!!!

„BAM BAM BAM BAM BAM…BAM BAM BAAAAM….“

Ein Gorilla hämmert vor meinem geistigen Auge mit seinen rießigen Fäusten genüsslich auf ein Auto ein und schlägt das Blech im Takt kurz und klein 😀 😀 😀

„BAM BAM BAM BAM BAM…BAM BAM BAAAAM….“ unglaublich…. kann ich jedem CI Träger nur empfehlen!

Musiktherapie

Die Musiktherapie findet in der Gruppe statt. Nach einem anfänglichen gegenseitigen Masieren mit einem Stachelball (soll gegen Verspannungen durch die verdrehtere gehörbedingte Körperhaltung helfen) wird mit Klangschalen experimentiert.

KlangschalenIch schnappe mir die Größte, da ich die tiefen Töne am meisten mag. Wahnsinn, wie lange die Dinger den Ton halten und Nachschwingen (und schwer werden, ich musste ja die Größte unbedingt nehmen 😀 ). Das dumpfe Brummen klingt wie ein Schwarm vorbeidonnernder Maikäfer. Die höheren Klangschalen nehme ich nicht wirklich wahr. Übrigens wurde ursprünglich im asiatischen Raum daraus gegessen, bevor die Verwendung für Meditation und Wellness dafür entdeckt wurde. Erinnert mich auch etwas an unsere Salatschüsseln zu Hause 🙂

Fazit des Tages

Wahnsinn, wie schnell sich der Höreindruck bei mir verändert! Von der Verknöcherung merke ich bisher zum Glück keine negativen Auswirkungen. Lang leben die Elektroterroristen, der elektronische Durchfall, die Gorillas und Maikäfer! Morgen mache ich jedoch etwas langsamer, fürchte ich habe heute etwas übertrieben.

Hier gehts zum Forums-Thread

EA Tag 1: Hello World und Donaudampfschifffahrtsgesellschaft

CI - Erstanpassung und Reha

Am Vorabend reise ich bereits gemütlich an und schaue zum Einschlafen die Klassiker der Entspannung „Hänsel und Gretel“ und „300“. 🙂 Kurz nach Mitternacht fühle ich mich endlich müde genug zum Einschlafen. Einschlafprobleme trotz des tollen Ambientes des ICF bin ich ja schon gewohnt … (Vor der VU, vor dem Promontoriumstest und der Ergebnisverkündung, vor der OP)

Tag 1 des Lebens mit CI

Die Aktivierung des CIs

Was das Jahr 0 für die Christen ist, ist der heutige Tag für mein akustisches Leben. Ab nun beginnt (hoffentlich) eine neue Zeitrechnung. In meiner Erinnerung wird es immer Tage vor und nach der Inbetriebnahme des CIs geben 😉 Ist natürlich Schmarrn, wenn dann gibts die Tage vor und nach der Ertaubung, dennoch ist dieser Tag sehr wichtig für mich.

Pünktlich um 9.15 h, mit einem Frühstück gestärkt, stehe ich vor der Tür des Technikers und warte super gespannt auf die gleich folgende erste Inbetriebnahme des Implantats, vier Wochen nach der Operation! Meine Fingernägel sind nun ein gutes Stück kürzer 😉 Dem Moment des ersten Einschaltens des CI habe ich natürlich einen eigenen Beitrag gewidmet. Taubheit ade! Wie ist das erste Hören mit CI (direkt nach der Inbetriebnahme verfasst).

Logopädie

Die ersten akustischen Herausforderungen stehen nun an. Nach einer kurzen Anamnese startet eine Logopädin ein Hörtraining mit mir. Dazu werden mir kleine Karten mit Bildern vorgelegt und der Sound dazu abgespielt. Fühlt sich zunächst recht sinnlos an, da ich auf dem gesunden Ohr ja alles mitbekomme und das CI noch sehr leise geschalten ist. Besser wird das Ganze, nachdem ich die Geräusche nur noch per Datenkabel direkt auf das CI bekomme.

Was? Das war eine Katze? Ich bin mir sicher, die Arme muss zum Einen jämmerlich bei der Tonaufnahme verstorben sein. Zum Anderen hätte ich auch geglaubt, dass das eine HILTI, das Öffnen einer rostigen Schraube oder das Rammen des Eisbergs durch die Titanic ist, falls das jemand behauptet hätte. Naja, Katze also 🙂 Tiefe Frequenzen fallen mir da deutlich leichter, etwa Froschgequake oder Gewitter.

Bei der nächsten Übung werden mir zunächst Töne mit echten Instrumenten vorgespielt (Triangel, Rassel, Glocke, Trommel,…). Danach kommt wieder die digitale Variante nur über das CI. Die meisten Instrumente erkenne ich ohne Probleme, nicht am Klang im Sinne von vertrauter Tonlage, sondern anhand charakteristischer Eigenschaften. So klingt die Triangel lange aus, auch wenn sich der Ton absolut nicht nach dem hellen Klingeln einer Triangel anhört. Eine Rassel und eine Glocke sind für mich in mehreren Versuchen nicht unterscheidbar. Damit man sich das als nicht CI-Träger besser vorstellen kann, habe ich das Ganze in einer Zeichnung veranschaulicht.

Hören mit Cochlea ImplantatLinks ist der reale Klang der Instrumente Glocke und Rassel versinnbildlicht. Die Wahrnehmung ist klar mit vielen Details. In der Mitte sieht man die Wahrnehmung ohne Gehör. Außer wirrem Tinnitus, der nichts mit der Umwelt zu tun hat, ist nix los. Schließlich Rechts ist die neue Wahrnehmung mit CI. Der Tinnitus formiert sich zu etwas, über das man durch abstrahieren auf die Realität schließen kann. Doch zwischen Rassel und Glocke ist kein Unterschied feststellbar (könnte auch eine Taschenlampe sein 🙂 ).

Die finale Meisterübung des ersten Tages besteht darin, einzelne Wörter mit unterschiedlich vielen Silben nur über das CI zu erkennen. Zunächst verstehe ich absolut gar nichts, kann höchstens die Silben einigermaßen mitzählen. Doch dann habe ich aus dem Nichts zwei klare Treffer: „Eis“ und „Schokolade“ sind die ersten historischen Worte 🙂

Nach diesen ersten Erfolgen jedoch kommt der absolute Knaller: „Was, das war doch eher ein Satz als ein Wort, oder?“ ist meine erste Reaktion. Auf den Scrabble Killer „Donaudampfschifffahrtsgesellschaft“ wäre ich wirklich nie gekommen!!!! 😀

Nachmittags schaue ich beim Sozialen Dienst vorbei. Dort wird mir bestätigt, dass mehr als Grad 20 bei einseitiger Taubheit nicht vom Versorgungsamt angerechnet wird. Das ich noch Beeinträchtigungen habe durch den Verlust des linken Gleichgewichtorgans und den starken Tinnitus bewirkt da auch nichts. Denn die Beeinträchtigungen werden nicht addiert, sondern nur die Stärkste zählt. Wer sich das wieder ausgedacht hat… Erfahrungswerte, ob einseitige Taubheit als chronische Erkrankung zählt und dadurch die gesetzliche Zuzahlung bei der Krankenkasse entfallen kann, liegen keine vor (weiß das jemand von euch?)

Freizeit

Den Nachmittag stürze ich mich ins Geräuschgetümmel der Freiburger Innenstadt. Es ist zwar sehr stürmisch und der Wind bläst mir stark ins Gesicht. Doch ich freue mich heimlich wie ein König, wieder auf zwei Ohren plötzlich Windgeräusche wahrnehmen zu können!!!! Irgendwie fühle ich mich mehr in meiner Mitte wieder.

Fazit des ersten Tages

Der Höreindruck mit CI ist in Realität noch viel surrealer als in den Simulationen! Dennoch nehme ich nur sehr missmutig den Sprachprozessor zum Einschlafen am Abend ab.

Vergleich mit der Starterwartungshaltung

A) Mit dem CI hört sich alles zunächst fremd und unnatürlich an – man freut sich dennoch, dass man überhaupt wieder etwas hört.

Confirmed, wobei fremd noch etwas untertrieben ist 🙂
B) Fast alle Geräusche klingen komplett anders und man ist wohl zunächst häufig irritiert.

Busted, da ich mich schon lange nicht mehr von akustischen Informationen/Fehlinformationen irritieren lasse. Eine Folge des Verlusts vom Richtungshören
C) Richtungseindrücke lassen sich schon zu Beginn wieder etwas besser einordnen.

Busted, kann da noch nichts zuordnen.
D) Die Kopfhaut wird etwas schmerzen zwischen CI und Implantat.

Busted, habe es den ganzen Tag rastlos getragen, keine Schmerzen (3er Magnet)
E) Die Eindrücke über das CI wirken zunächst z.T. sehr laut und man ist schneller ermüdet

Confirmed, empfinde viel Lautstärke, jedoch komischerweise nicht von den künstlich erzeugten Geräuschen. Der Hörnerv muss wohl allgemein erstmal hochfahren nach dem Winterschlaf…
F) Am Ende der EA lassen sich vereinzelt Wörter verstehen

Confirmed, kann schon am ersten Tag vereinzelt Wörter nur über das CI erkennen

Mehr Austausch zum Thema hier im DCIG Forum

Taubheit ade! Wie ist das erste Hören mit CI?

CI - Erstanpassung und Reha

Hören  oder nicht hören, das ist hier die Frage nach einem Jahr einseitiger Taubheit!

Der Promontoriumstest verlief im Vorfeld ganz ordentlich, doch macht sich die Verknöcherung bemerkbar?

Direkt zum ersten Eindruck nach dem spannenden Moment des Einschaltens des Cochlea Implantats ohne viel Blabla im Vorfeld (Beitrag 1h nach Inbetriebnahme geschrieben):

„Das klingt wirklich so abgefahren wie in den Simulationen!!!! Nein, die Realität ist eigentlich noch viel surrealer. Was für ein Paradoxon!!!“

Es ist nicht nur eine metallische Roboterstimme, die man nicht versteht. Vielmehr hört es sich danach an, als ob sich die chaotischen Einzeltöne des Tinnitus plötzlich stellenweise bündeln und mit hohem Fietschen die Umgebungsgeräusche in Klirrkompositionen nachahmen. Bildlich gesprochen wird das permanent tosende, unberechenbare Tinnitusmeers des letzten tauben Jahres durchbrochen. Plötzlich fliegen von außerhalb Geräuschsteine heran und türmen jeweils beim Einschlag für Sekundenbruchteile die vielen wilden Einzelwellen zu einem hohen Wasserberg auf. Nach diesen Impacts fällt die Wassersäule sofort wieder in sich zusammen in die tosenden, chaotischen Einzelwellen des rauhen Tinnitusmeers.

Wem das zu viel Pathos ist hier die Kurzform meiner persönlichen Empfindung am ersten Tag mit elektronischem Ohr:

Das Hören mit CI am ersten Tag ist die punktuelle Überführung des Tinnitus in einen geordneten Zustand.

Der Sprachprozessor ist erstaunlich leicht und das Ansetzen der Spule drückt gar nicht so stark wie ich es vermutet hatte. Eigentlich merke ich gar keinen Druck. Wenn ich an die NdFeB-Magnete denke, die ich auf der Arbeit (Elektromotoren) verwende… Die könnten einen schon übel den Finger abquetschen, wenn man diese aus Versehen flitzen lässt. So viel Power ist natürlich nicht für das Halten der Spule (zum Glück) nötig 😉

Der Höreindruck wirkt sehr laut auf der CI Seite, wobei komischerweise das Empfinden von Lautstärke nicht durch die simulierten Geräusche verursacht wird. Nein, der Tinnitus wirkt nun extrem schrill und laut im Vergleich zu den Höreindrücken. Der Hörnerv ist merklich aus seinem Dornröschenschlaf geweckt worden und kann die Augen kaum öffnen, so hell blendet ihn das sanfte Morgenlicht des neuen akustischen Tages.

Die Lautstärke des CIs ist auf 1 eingestellt. Alle zwei Stunden soll ich diese nun im Laufe des Tages um eine Stufe anheben, solange es noch angenehm für mich ist. Der Hörnerv soll also milde geweckt werden an diesem Montag Morgen und nicht ins kalte Wasser geworfen werden. Das Gefühl Montag Morgen kann vermutlich jeder nachvollziehen 😀

Ich fühle mich auch noch ziemlich erschöpft, da ich vor der EA noch mit einer Erkältung zu kämpfen hatte und wenig geschlafen habe in der Nacht. Auch wenn einen keine 2jährigen Zwillinge nachts wach halten, mein Körper kann eben nicht sofort auf Durchschlafen umswitchen. Zum anderen bin ich nun froh, weil ich jetzt weiß, dass alle 22 Elektroden in meinem Kopf funktionieren (Impedanzmessung) und ich jede Einzelne „hören“ kann (Tonleitertest).

Beim Richtungshören tut sich erstmal kein merklicher Unterschied auf.

Auch die gefühlte Klangfülle im Raum bleibt eigentlich zunächst unverändert. Bei der ersten Inbetriebnahme eines Cros Versorgungsgerätes vor einem halben Jahr öffente sich schlagartig der „geschachtelte“Höreindruck, da der Kopfschatten (Schallloch auf der tauben Seite) plötzlich weg war. Diesen Effekt habe ich mit dem CI nicht so wahrgenommen, da die Lautstärke und die Verständnisqualität noch sehr gering sind.

Umso imposanter ist der Koffer, in dem der sympathische Techniker den Sprachprozessor herauskramt.

Cochlear Set

Der Koffer ist voll mit Verpackungen und so groß wie mein üblicher Handgepäckstrolley auf Flugreisen 😀 Ja, die Nachfrage bestätigt es, das ist alles für mich 🙂

Ich schwanke also zwischen verdutzt sein, grinsen und Leere. Dennoch Daumen hoch!

Inbetriebnahme CIHier das Video zur Inbetriebnahme (Leider war die Kamera zeitweise verrutscht….)

Im DCIG Forum ist u.a. hier ein Thread dazu.