VU Tag 1 – Cros vs. BAHA – Kampf der Systeme

CI - Voruntersuchung

Um auch über alternative Möglichkeiten als Patient zum Cochlea aufgeklärt zu werden, bekommt man die Möglichkeit, ein Cros- bzw. ein BAHA Versorgungsgerät mit Leihgeräte zu testen.

Beide Geräte haben das Ziel, den ankommenden Schall an der tauben Seite auf das gesunde Ohr zu übertragen und somit eine beidseitige Ansprechbarkeit zu gewährleisten. Mit viel Übung kann man auch ein grobes Gefühl für Richtungen indirekt über Klangdifferenzen erlernen.

Das Cros-Versorgungsgerät besteht aus zwei „Hörgeräten“, die hinter das Ohr gehängt werden. Das hinter dem tauben Ohr ist ein Mikro, das die Daten per Funk an das Gerät hinter dem gesunden Ohr überträgt. Wenn ich einmal Zeit finde, schreibe ich einen ausführlichen Erfahrungsbericht über die Hersteller, Ausführungen und Eigenschaften, da ich selbst ein halbes Jahr diese Geräte getestet und modifiziert habe.

Das BAHA (Bone Anchored Hearing Aid, Knochenleitungshörgerät) ist ein kleines Gerät, das hinter dem Ohr am Knochen verankert wird (per Schraube oder implantierten Magnet). Ein Mikrofon erfasst den Schall und gibt diesen über Vibrationen über den Knochen weiter ans gesunde Ohr weiter. Vorteil: etwas unauffälliger als ein zweiteiliges Cros. Dafür ist die Klangqualität nach meinem Empfinden etwas schlechter und die Anbindung erfordert einen einmaligen Eingriff.

Aber keine Angst: das BAHA kann mit einem Stirnband auch Probe getragen werden 😉 (Vielleicht ist die Klangqualität mit einer Schraube besser, schreibt mir das mal, falls ihr so ein System tragt). Die Leute schauen zu meinem Amüsement recht verdutzt, wie ich den ganzen Tag mit meinem modischen Stirnband durch die HNO Klinik wandle 😀

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Das Cros-Versorgungsgerät erhalte ich bei einem sehr freundlichen Herren im ICF. Ich finde generell die VU sehr gut im ICF aufgebaut, da man bereits im Vorfeld alle relevanten Therapeuten und Ärzte kennenlernen kann und sich nachher beim Eingriff und der anschließenden Reha schneller vertraut fühlt. Das Cros taugt mir wesentlich besser als das BAHA. Das liegt wohl daran, dass ich mit diesem schon ein halbes Jahr trainiert habe. Zudem drückt das Stirnband ziemlich auf den Schädel nach einiger Zeit.

Mit beiden Geräten ist es ein schönes Empfinden, wieder akustisch den Eindruck eines umfassenden Klangs näherungsweise zu erhalten ohne Schallschatten. Leider können diese Systeme bei Tinnitus, Richtungshören, Sprachverständnis im Störlärm und Wahrnehmung auf dem tauben Ohr im Vergleich zum Potential eines Cochleas nicht wirklich weiterhelfen. Aber, besser als nichts!

Die Tests beim Audiologen werden mit den beiden Hörsystemen wiederholt. Eine leichte Verbesserung kann ich im Vergleich zu den Tests ohne Hilfen damit erzielen. Mit dem Cros schneide ich am besten ab, was mich aufgrund des halbjährigen Trainings nicht überrascht.

VU – Die Unterkunft – Sender des Herren statt Herrensender!

CI - Voruntersuchung

Am Sonntag Abend klingel ich am Eingang von Haus drei und werde freundlich empfangen. Das Gebäude ist neu errichtet und macht einen sehr sauberen und modernen Eindruck. Eine Zimmer- und eine Essenkarte zum Ausfüllen erhalte ich. Hier hat man die Qual der Wahl beim Essen, Daumen hoch. Auf dem Zimmer angekommen, bestätigt sich der sehr positive Eindruck. Abgesehen von einigen Kleinigkeiten erinnert das Zimmer mehr an ein Hotel als an ein Krankenhaus. Ein 32 Zoll Flachbildschirm fängt meinen Blick beim Eintreten. Ein Patienten- und ein Begleitpersonbett stehen bereit. Zudem findet sich Infomaterial über das ICF und die Abläufe hier in der Schreibunterlage auf einem Tisch.

Auszug Infomaterial ICF

Nach einer Dusche lese ich mich etwas ein und fülle die Essenskarte für meinen Aufenthalt aus.

Tipp Internet:

Per Ethernetkabel (gibts an der Anmeldung) kann man im ICF kostenlos surfen

Bei einer Probe des Fernsehers fällt mir auf, dass es zwar 32 Sender gibt, davon drei religiöse Sender, aber kein DMAX?! Ich will den Herrensender und nicht die Sender des Herren…. Naja, dieses Problem ist zum Glück nicht weltbewegend 🙂