Zum ersten Mal ins kühle Nass mit dem CI Aqua+ Kit!

CI - Alltag mit dem Sprachprozessor

Sonne, gefühlte 30° C und ein freier Tag. Ab in den Garten und endlich den neuen Pool für die Kinder aufbauen! In die Badehose rein und erst mal schön im Liegestuhl Sonne tanken während die Kinder zufrieden im Wasser planschen. Soweit, so gut. Natürlich nur für 5 Minuten 😀 Und plaaatschhh, schon schlägt der erste Wasserstrahl trotz eines ordentlichen Sicherheitsabstandes auf meinem Bauch auf. Würde mich normal nicht stören, wenn ich nicht diese Kleinigkeit im Wert eines Kleinwagens am Ohr tragen würde, die mit Wasser nicht wirklich kompatibel ist….Höchste Zeit, mein noch unbenutztes Aqua+ Kit von Cochlear auszuprobieren, bevor der nächste Strahl den Sprachprozessor trifft! Denn dieser verträgt kein Wasser!!!

Seit irgendwann in diesem Jahr, glaube ich (wurde im Feb 15 operiert), ist dieses Zubehörset als Standard im Startpaket von Cochlear für alle frisch Implantierten enthalten. Das hat in den Foren bei manchen CI Trägern von Cochlear zu Unmut geführt, die früher nicht in diesen Genuss kamen und nun für dieses Set eine Stange Geld bei Bedarf ausgeben müssen. Ich fürchte das ist der normale Kreislauf der Produktentwicklung, den es schon immer gab und auch immer geben wird. Wenn ich z.B. einen alten Golf fahre würde ich ja auch nicht daran denken, dass eine Klimaanlage von VW nachgerüstet werden soll, weil dieses nun in der Serienausstattung erhalten ist. Dennoch kann ich nachvollziehen, dass der Wunsch nach einer Gratisnachrüstung besteht.

Das Kit für Nucleus 5 und 6 habe ich schon im Zubehörcheck in der Theorie beschrieben. Nachdem ich nun auch die Akkupacks besitze (ZinkLuft Batterien funktionieren logischerweise nicht unter Luftabschluss), steht dem Praxisteil eigentlich nichts mehr im Wege.

Erstmal heißt es für mich die kompakten Inhalte der schicken Hochglanzverpackung aus jeder Menge Kartons befreien.

Aqua+ Kit Cochlear

Den Zusammenbau bekomm ich intuitiv sofort richtig hin. Hier ist eine Anleitung von Cochlear.

Earhook und Spule ab, Silikongehäuse drüberziehen, Luke ordentlich schließen, Wasserspule ordentlich einstecken und Magnet reindrehen, FERTIG. (Montiere keine extra Halteschnur, da ich nur im  Planschbecken und nicht im tiefen Ozean bade 😉 ).

Aqua+ Kit Cochlear

Das erste Anlegen: Puh, fühlt sich anders an, schwerer und nochmal wackliger als der eh schon wackelige Standard Earhook. Aber dafür gibts ja theoretisch extra noch die Zusatzfixierung. So, das erste Signal erreicht das Innere meines Schädels. Hm, klingt erwartungsgemäß anders als üblich. Rauscht ziemlich. Klack, klack, das Programmverstellen am Sprachprozessor funktioniert auch mit Hülle noch, wobei der Silikonring um den Spulenstecker etwas stört. Nun ist das Rauschen weg (vermutlich das Draußen Programm). Die hohen Töne kommen erstaunlich gut durch das Silikon an die Mikros. Die Lautstärke kommt mir deutlich gedämpft vor. Mt einem mulmigen Gefühl nähere ich mich dem Becken. Mir fehlt es noch etwas an Vertrauen an das neue Kit, mt dem man ja sogar laut Hersteller im Salzwasser schnorcheln können soll. Dieses kleine Becken ist die Generalprobe für unseren baldigen Meerurlaub. Möchte am Strand nicht auf mein Gerät verzichten (ob ich das zum Schwimmen dann auflasse sei dahin gestellt, aber für das Liegen auf dem Sand ist es bestimmt sehr vorteilhaft). Ich möchte ja dort entspannen können und dem Meeres- und nicht dem Tinnitusrauschen lauschen. So, Kopf ab unter Wasser! BlubbbBlubbbbBlubbb, auf beiden Seiten höre ich mit Freude das kühle Nass. Bloß für wie lange?! Das Blubbern erlischt schlagartig, doch zum Glück erst nachdem mir die Luft ausgegangen ist und ich den Kopf rausziehe und nicht, weil der SP hinüber ist 🙂

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Test bestanden. Doch damit nicht genug, ich begebe mich schnurstracks in die Dusche. Intuitiv will ich den SP bei Betreten des Bades abnehmen 🙂 Doch ich widerstehe diesem Reflex, drehe die Brause auf und steige ein. Prassel, prasssseelll, prassel. Och ist das schön, seit 1,5 Jahren endlich wieder auf beiden Ohren diese Geräusch zu vernehmen!!!!!!! Ich switche die Programme und die Prasselqualität wird noch besser (vermutlich Musikprogramm?).

Ich denke mit diesen ersten Eindrücken, dass ich die Freuden des Sommers dieses Jahr wohl wieder besser genießen werde und das Aqua+ Kit nicht nur in seiner Verpackungen schlummern wird. Für alle, die das Kit nicht haben und nicht so viel Geld ausgeben wollen, gibt es, glaube ich, noch die günstigere Alternative mit den Plastiktüten von Cochlear. Euch wünsche ich schöne heiße Tage und viel Blubbern auf den Ohren!!!!!

Lifehacks Hygiene

CI OP - Nachsorge

Eine gute Woche bin ich nun wieder zu Hause seit meiner CI Implantation in der Uniklinik Freiburg. Nun wird es Zeit über den Alltag und nützliche Lifehacks zu reden!

Meine Frau bekommt so langsam die Krise mit mir…. (ok, das muss nicht zwangsläufig etwas Besonderes sein 😉 ), besser gesagt mit meinen Haaren.

Denn: Laut Ärzte und vorläufigem Entlassungsbrief soll ich meine Narbe zwei Wochen lang  vor Feuchtigkeit und Schmutz hüten.

Es wird als Zeit über das wichtige Thema Hygiene zu reden:

Im Krankenhaus war jeden Tag duschen ohne Haare bei mir kein Problem (hatte persönlich keinen Schwindel, da ich kein funktionstüchtiges Gleichgewichtsorgan mehr am tauben Ohr besitze). Die Haare wasche ich mir regelmäßig (bis auf die mit einem Pflaster geschützte Stelle ums operierte Ohr) seit ich wieder zu Hause bin. Dazu habe ich folgende Technik entwickelt (auf die Idee sind bestimmt auch schon viele andere vor mir gekommen)

1) Die Waschlappentechnik 🙂

Haare waschen mit Cochlea Implantat Wunde

Die Haare wuschel ich mir zunächst mit einem feuchten Waschelappen durch. Dabei schütze ich die operierte Stelle mit einem sauberen, trockenen Handtuch. Alle Haare richte ich nach und nach mit dem Waschlappen zum ungewohnten Seitenscheitel und amüsiere mich herrlich darüber 🙂 Durch den Seitenscheitel kann man auch die Haare direkt um das operierte Ohr erwischen und befeuchten. Danach shampooniere ich fast alles ein (OP Ohr bleibt dabei mit trockenem Handtuch isoliert).Abschließend streife ich mit dem Waschlappen den Schaum aus bevor der Fön zum Einsatz kommt.

2) Glas drüber und gut

Ich habe auch von anderen Techniken gehört, zum Beispiel indem man das OP Ohr mit einem angedrückten Glas abdichtet. Die Region ist mir aber noch zu sensitiv als das ich das bevorzugen würde.

3) Trockenshampoo

Mit Trockenshampoo muss man ebenfalls laut Arzt vorsichtig sein, da dieses ebenfalls kontraproduktiv bei Kontakt mit dem Wundbereich ist.

4) Mehr Ideen von euch?!

Habt Ihr noch bessere oder alternative Ideen (damit meine Frau wieder ruhiger schlafen kann und nicht von halbseitig fettigen Haaren träumen muss 😉 )? Dann schreibt mir doch von euren Erfahrungen in den Kommentaren! Ich freue mich!