VU Tag 2 – Promontoriumstest – Elektrode durchs Trommelfell

CI - Voruntersuchung

Die Nacht war ziemlich mies, ich war recht angespannt. Nach  Audiologietests mit Cros und BAHA war es so weit, das Schreckgespenst meiner Recherchen stand mir bevor: Der Promontoriumstest! Und dann auch noch die Entscheidung, ob ein CI medizinisch bei mir indiziert ist oder nicht. Zunächst aber zum finalen Test:

Durch einen Schnitt im Trommelfell wird eine Elektrode ins Innenohr geführt und stimuliert die Hörnervenbahnen (oder auch nicht). Da ich schmerzhafte Erfahrungen bei meiner letztjährigen Entzündung auf meiner tauben Seite machen musste, reagiert mein Körper immer noch hypersensibel bei Berührung des tauben Ohrs, va. IM tauben Ohr. Da wird jedes Ohrausputzen zur Überwindung. Daher ist das Einschneiden des Trommelfells für mich eine recht beunruhigende Vorstellung, zumal man nur eine Schmerzlinderung und keine Betäubung erhält. Lange Rede kurzer Sinn, meine Befürchtungen waren völlig übertrieben. Man bekommt eine betäubende Flüssigkeit aufs Trommelfell. Beim Eingriff selbst habe ich persönlich vom Schnitt nichts gemerkt, das Einschieben der Elektrode hat lediglich einen leichten Druck ausgeübt. Dann war es so weit: Der Hörnerv wird stimuliert… und plötzlich taucht aus dem tosenden Meer der hohen Tinnitustöne ganz eindeutig ein dumpfes, aber zyklisches Clack…Clack…Clack auf. Wahnsinn! Es wird lauter und lauter, übertönt schließlich den Tinnitus und ist ganz deutlich zu hören. Ein gutes Zeichen! Nimm das Verknöcherung 🙂 Sowohl tiefe als auch hohe Töne kann ich wahrnehmen, bis zu jeweils einer Schwelle, bei der die Stromimpulse zu ungemütlich werden. Dann wird abgebrochen auf mein Zeichen und der Wert notiert. Die tiefen Töne kann ich besser wahrnehmen. Das liegt zum einen daran, dass mein Tinnitus sehr laut ist und aus hohen Tönen besteht. Somit kann ich hohe Töne erst bei starker Intensität herausfiltern. Des Weiteren deckt sich das Ergebnis ganz gut mit meinen CT und MRT Aufnahmen, da dort eine teilweise Verknöcherung des äußeren Cochlea-Ganges zu erkennen ist. Dort sitzt die Wahrnehmung der hohen Töne. Die nachgelassene Betäubung und das damit verbundene kurzzeitige Zwicken beim Entfernen der Elektrode kann ich ohne Probleme verkraften, denn das Ergebnis dieses Tests ist positiv ausgefallen! Das war für mich nach den CT und MRT Aufnahmen nicht unbedingt zu erwarten.

Merke:

Nicht von einzelnen Testergebnissen demotivieren lassen, da das Gesamtbild entscheidend ist.

Der Promontoriumstest wird von jedem unterschiedlich schmerzhaft bis gar nicht schmerzhaft wahrgenommen. Für mich persönlich war er lediglich mit einem kurz gefühlten Zwicken beim Entfernen der Elektrode verbunden. Bei Weitem nicht so unangenehm wie ich es befürchtet hatte…

Nun habe ich alle Prüfungen der VU hinter mir. Wie wird nun meine Zukunft aussehen? Auf jeden Fall kann ich, zum Leidwesen meiner Frau, die nächsten drei Tage meine Haare nicht waschen 😀 Loch im Trommelfell heißt: Hüte es vor Wasser!

3 Gedanken zu “VU Tag 2 – Promontoriumstest – Elektrode durchs Trommelfell

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