Wie bekomme ich einen neuen Sprachprozessor?

CI - Alltag mit dem Sprachprozessor, CI - Technik

Ich feiere gerade Hörgeburtstag bei meinem letzten Reha-Aufenthalt. Mein CI-Höralter beträgt nun drei Jahre 🙂 Ich nutze die Gelegenheit, um Fragen zur Zukunft meines Lebens mit elektronischem Ohr zu stellen. Da der Hersteller meines Cochlea Implantats eine neue Prozessorgeneration auf den Markt gebracht hat, interessiert mich: Was sind die Voraussetzungen, um als CI-Träger einen neuen Prozessor zu erhalten? (abgesehen von Verlust/Beschädigung)

Als Daumenregel (ohne Gewähr) gilt:

  1. Der bisherige Sprachprozessor sollte älter als 6 Jahre sein
  2. Ein neues Produkt mit Mehrwert für die Gesundheit des Patienten liegt vor
  3. Der Mehrwert für den Patienten kann der Krankenkasse gegenüber nachgewiesen werden

Die Beantragung eines neuen Sprachprozessors kann dann so ablaufen:

Ich als CI Träger melde Interesse beim betreuenden Audiologen an einem neuen Prozessor an und erhalte einen Einstellungstermin. Ein Hörtest mit dem bisherigen Sprachprozessor wird durchgeführt. Der neue Sprachprozessor wird mir als Leihgerät übergeben und die Einstellungen individuell angepasst. Nach ein paar Wochen des Einhörens wird erneut ein Hörtest, diesmal mit dem neuen Sprachprozessor durchgeführt. Die Testergebnisse werden an die Krankenkasse mit einem Antrag geschickt, wenn diese mit der neuen Hardwaregeneration besser ausfallen. Während der Bearbeitungszeit erhalte ich dann meinen alten Sprachprozessor zurück. Wenn alles gut läuft, bekommt man dann einen neuen Sprachprozessor von der Krankenkasse genehmigt 🙂 Für mich heißt das also noch mindestens drei Jahre Warten :/

Hatte heute mal den neuen Sprachprozessor Nucleus 7 (re) von Cochlear in der Hand und habe ein paar Vergleichsbilder mit meinem Nucleus 6 (li) für dich aufgenommen.

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, dann freue ich mich, wenn du einen Daumen nach oben da lässt!

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CI mit dem Smartphone bedienen

CI - Technik

Es ist so weit, ein weiterer 02/2015 in einem Artikel formulierter Wunsch (als CI Anwärter) an zukünftige Features von Cochlea Implantaten scheint in Erfüllung zu gehen: Mit dem neuen Soundprozessor Nucleus® 7 der Firma Cochlear ist es nun möglich, per App den Status und die Akkulaufzeit zu überwachen. Zudem kann bei Verlust des CIs dieses mit dem Smartphone geortet werden. Der kleine Haken daran (abgesehen, dass ich leider wohl noch ein paar Jahre warten muss, bis ich von der Krankenkasse einen neuen Sprachprozessor finanziert bekomme 🙂 ) Dieses Feature ist vorerst nur in Kombination mit Apple-Geräten anwendbar.

Weitere Verbesserungen: Der Trend zur Miniaturisierung hält an. Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist der neue Sprachprozessor um ca 25 % kleiner und leichter. Die Akkulaufzeit kann laut Hersteller um bis zu 50 % gesteigert werden. Ebenfalls hat sich die Software für die Codierung der Sprachsignale weiterentwickelt, sodass auch auf eine Optimierung des Höreindrucks zu hoffen ist.

Für alle Nucleus 6 Träger wie mich, die noch etwas auf einen neuen Sprachprozessor warten müssen, ist ja in der Zwischenzeit durch ein Update die Wireless-Anbindung (ebenfalls Wunsch in meinem Artikel von 2015) eines Smartphones oder zB TVs mit dem MiniMic problemlos möglich 😉

Was sind eure Wünsche an zukünftige Features an CIs? Welche Features findet ihr bei anderen Herstellern toll? Schreibt doch gerne in die Kommentare auf Facebook oder unter dem Artikel!

Video

Zur Herstellerseite

 

 

Lifehack #Stereo – endlich wieder Stereo hören für SSD CI Träger!

CI - Alltag mit dem Sprachprozessor, CI - Technik

Dieser Beitrag ist für mich wirklich ganz besonders und ich bin ganz aufgeregt das Folgende mit dir zu teilen 🙂 Dank dieses technischen Lifehacks (Grüße an Einohr Lupo, der die Grundidee dazu geliefert hat!) ist ein stereonahes Empfinden für mich endlich wieder erlebbar!  Wie das geht, beschreibe ich dir jetzt:

Einseitige Taubheit = Mono

Einseitige Taubheit + Cochlea Implantat = Mono-Mono

Einseitige Taubheit + MiniMikrofon + Y-Stecker + Kopfhörer = Stereo *freakout*

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  1. Die stereofähige Audioquelle mit dem y-Stecker verbinden (hier Smartphone)
  2. Das MiniMic für Wireless-Soundübertragung mit Y-Stecker verbinden. Ich habe den Stecker nur halb eingesteckt, damit nur die linken Soundgeräusche übertragen werden (bin links taub). Das Minimicrophone habe ich kostenlos von Cochlear vor ca 1 Jahr erhalten, als ich Cochlear Family beigetreten bin. Andere Hersteller sollten ähnlich Soundübertragungen bieten (zur Not sollte es auch mit Kabel gehen, elektrische Trennung laut Hersteller beachten).
  3. Das CI mit Minimicrophone verbinden => erstes Ohr ist online
  4. In-Ear Kopfhörer mit Y-Stecker verbinden und die richtige Seite in verbleibendes Ohr einstöpseln => zweites Ohr ist bereit
  5. Die Lautstärke des CI-Ohres z.B. über Minimicrophone-Tasten dem gesunden Ohr anpassen (Feintuning). Hierbei kann man einen  einfachen Soundtest durchführen.

Ist das Lautstärkeempfinden einigermaßen abgeglichen und der Stereo-Sound funktioniert, kann man sich in das neue Sounderlebnis stürzen. Wie so oft empfinde ich das nicht als ein reines Konsumieren, vielmehr muss ich mich an den neuen Höreindruck gewöhnen, ihn ein Stück weit erlernen. Ich denke, wenn du selbst ein Cochlea Implantat trägst, dann kennst du ja bestens das Gefühl des „Einhörens“.

Hier einige gelungene Stereo-Beispiele aus dem Netz:

Ab auf den Friseurstuhl und los gehts mit dem Akustischen Haarschnitt 😀

Oder doch lieber mehr Action und hinein ins Gefecht? Geballere ist nicht so anspruchsvoll zu verstehen wie Sprache  🙂

Hier eine gut gemachte Sammlung an Stereo Effekten mit wandernden Geräuschen

Zum Abschluss noch etwas Stereo-Musik mit schönen perkussiven Effekten!

Falls dir dieser Beitrag gefällt oder du ihn nützlich findest, dann bitte teilen! Nur so können viele Leute davon erfahren.

Ich hoffe, du kannst diesen Lifehack ebenfalls ausprobieren und bist genauso begeistert wie ich! Falls du es schaffst oder nicht schaffst, freut sich die Mono Community über ein Kommentar unterhalb des Artikels über deine Erlebnisse.

Erster Single Unit Prozessor Kanso™ von Cochlear

CI - Technik

Es ist soweit, der erste Single Unit Prozessor von Cochlear ist auf dem Markt!

Das Grundkonzept eines Single Unit Prozessors in Form des Rondo© von Medel hat mir im Vorfeld meiner CI OP (2015) sehr gut gefallen. Er ist nicht zweiteilig (Spule+Prozessor), sondern einteilig aufgebaut. Von diesem Grundkonzept hatte ich mir weitere Entwicklungen im Artikel CI Vergleich erhofft. Tatatataaaaa, Cochlear ist gerade dabei, den Kanso™ zu releasen. Hier ist das Benutzerhandbuch vom Hersteller.

Die wichtigsten technischen Kriterien daraus aus meiner Sicht hier kompakt im Vergleich zum Rondo©:

Rondo© (Medel):

  • 18,5 g (mit Batterien)
  • 3 Batterien
  • Breite 11,8 mm
  • keine Einstellknöpfe
  • ein Mikrofon
  • kein Wireless

Kanso™ (Cochlear):

  • 13,8 g (mit Batterien)
  • 2 Batterien
  • Höhe11 mm
  • Einstellknöpfe
  • zwei Mikrofone
  • Wireless

=> Der Kanso™ ist leichter, mit mehr Funktionen und einem aktuelleren Prozessor als der Rondo© (der Rondo© ist ja auch nicht mehr der jüngste 🙂 )

Mein Technologie-Fazit: Die Single Units sind weiterhin noch nicht bei einer optimalen Größe angekommen. Eine Folge davon ist, dass das Befestigen rein über den Magnet laut Hersteller zu unsicher ist und eine weitere Halteleine genau wie beim Rondo© erforderlich ist.

Persönliche Meinung: Ich finde es super, dass Cochlear nun auch auf dem Gebiet der Single Unit Prozessoren unterwegs ist. Ich erachte das Konzept weiterhin als zukunftsträchtig, aber leider noch nicht so ausgereift, dass ich persönlich darauf wechseln würde. Es dauert sowieso noch einige Jahre, bis ich einen neuen Sprachprozessor von der Krankenkasse bezahlt bekomme. Wer weiß, was bis dahin entwickelt ist!

Was ist dir lieber? Halteleine im Haar/am Kragen oder einen Sprachprozessor am Ohr?

CI mit Crosgerät kombiniert – die optimale Versorgung bei SSD?

CI - Technik

Butter bei die Fische… Ich möchte als junger Mensch die optimale technische Versorgung gewährleistet haben, da ich, hoffentlich noch lange, auf dieser Welt mit meiner einseitigen Taubheit klar kommen muss. Medizinisch kann ich nichts verändern, jedoch mit Hilfe der Technik. Daher habe ich mich persönlich für das CI entschieden, da dies laut medizinischer Studien die beste technische Versorgung bei einseitiger Ertaubung darstellt. Doch wie wäre das Ergebnis einer Kombination der technischen Hilfsmittel?

Ich selbst habe, vor der CI OP, verschiedene Cros Systeme ein halbes Jahr lang ausprobiert. Das Baha habe ich bei der Voruntersuchung kennengelernt. Das CI ist nun seit 5 Monaten aktiviert.

Das Mittel meiner ersten persönlichen Wahl ist bei meiner medizinischen Historie und meinen Erfahrungswerten ganz klar das Cochlea Implantat, weil:

1) Tinnitus tritt in die dritte Wahrnehmungsebene zurück

2) besseres Sprachverständnis, vor allem im Störlärm

3) Überempfindlichkeit auf der gesunden Seite ist fast weg

4) der Kopfschatten ist reduziert, eine Ansprechbarkeit auf der tauben Seite gegeben => empfundene Klangfülle wird verbessert, mehr Balance

5) Kosten werden von meiner Krankenkasse übernommen (auch Batterieversorgung)

Was wäre, wenn das Cochlea Implantat mit einem Cros- oder Baha System kombiniert wird? Existiert daraus ein Benefit oder ist das einfach nur mehr Technik ohne Mehrwert?

Ich finde, dass sich das CI mit einem der beiden genannten Systeme hervorragend in Synergie ergänzen lässt, weil:

1) Das CI den Tinnitus aus der Wahrnehmung verdrängt

2) Das CI für die empfundene Klangfülle sorgt

3) Das Cros/Baha akustische Eindrücke der tauben Seite in sehr hoher Qualität wiedergibt (natürlich nur durch Transfer auf die gesunden Seite, das taube Ohr hört nix durch ein Cros/Baha; keine Anstrengung beim Zuhören eines Gesprächpartners auf der tauben Seite wie mit CI)

=> akustisch bedingte Kopfdrehungen und Verbiegungen gehören der Vergangenheit an

4) Durch Übung mit Cros ein Richtungshören einigermaßen passabel erschließbar für mich war (funktioniert mit CI bisher nur in seltenen extremen Fällen)

5) Das CI die Überempfindlichkeit der gesunden Seite deutlich reduziert

Ich persönlich würde mir ein Cros für die Zukunft wünschen, das ich dann in Kombination mit dem CI tragen möchte.

Von der Wertigkeit beurteile ich die Situation wie folgt:

+70 % akustischer Zugewinn durch CI solo

+30 % akustischer Zugewinn durch Baha/Cros solo

+ca 90 % akustischer Zugewinn durch Kombination CI und Cros

Der Haken an der Geschichte ist neben den Kosten der zusätzliche technische Kram. Ich persönlich bevorzuge für mich eher ein Cros als ein Baha. Folglich müsste ich aber ein Mikrofon am CI Ohr verstauen. Doch wo? Da ich keine Single Unit besitze ist mein Ohr bereits besetzt. Das ist doch eigentlich eine potentielle Marktlücke für die CI Hersteller. Da diese in der Regel sowieso auch meist einen Hörgerätehersteller im Mutterkonzern besitzen, ist die Technologie vielleicht bereits im Haus. Die Mirofone des CIs könnten ja von einer Cros-Unit am gesunden Ohr verwendet werden. Als Kunde wäre ich bereit, dafür ein paar tausend Euros extra zu bezahlen. Ein rechtfertigender Benefit ist aus meiner Sicht vorhanden. Das BAHA als Alternative benötigt zwar keinen extra Platz am Ohr, jedoch ist ein operativer Eingriff notwendig. Diesen möchte ich nicht noch zusätzlich als CI Träger haben.

Also liebe Entwicklungen von Cochlear, Advanced Bionics und Medel (und andere…), nehmt diesen Gedankengang bitte als Anregung für die Zukunft mit. Ich würde mich persönlich über Tätigkeiten in diese Richtung sehr freuen, weil ich überzeugt bin, dass durch diese zusätzliche Hilfe die Lebensqualität vieler SSDler gesteigert werden wird.

Was ist eure Meinung, wo seht ihr Entwicklungspotential?